Erste Anime-Eindrücke der Herbstseason 2026

Wenn die Blätter von den Bäumen fallen, bedeutet das für Animefans nicht nur den Beginn des Herbstes. Auch eine neue Anime-Season startet. Im ersten Teil meiner Herbst-Ersteindrucksreihe erwarten Anime-Fans wieder einige hochkarätige Titel, darunter zahlreiche Fortsetzungen beliebter Serien. Den Anfang macht ein Dark-Romance-Epos, eine langersehnte Fortsetzung und der nächste eventuelle Südkorea-Hit.

Firefly Wedding

Satoko Kirigaya besitzt alles, was sich eine Adlige wünschen könnte, nur nicht genug Zeit. Da ihr Leben bald enden wird, möchte sie gut heiraten und ihren Vater stolz machen. Doch als der skrupellose Auftragsmörder Shinpei Goto sie entführt, macht sie ihm ein verzweifeltes Angebot: Er soll sie heiraten. Shinpei willigt ein, entwickelt jedoch eine gefährliche Besessenheit für sie. Nun muss sich Satoko zwischen ihrer Pflicht und einer Liebe entscheiden, die sie beide verschlingen könnte. (Synopisis via Crunchyroll)

Die erste Folge von Firefly Wedding ist schwierig zu bewerten. Denn eigentlich macht sie vieles richtig: Die Prämisse wird erklärt (Adlige hat nicht mehr lange zu leben, muss aber verheiratet werden, wird entführt), die Charaktere werden eingeführt (Sakoto und Shinpei), die Action sieht gut aus und generell wirkt die Produktion dank David Production (JoJos Bizarre Adventure) hochwertig. Aber trotzdem fühle ich Firefly Wedding nicht. Und es wird einiges benötigen, um mich dazu zu bringen, die Serie weiterzuverfolgen.

Denn trotz der erwachsenen Prämisse und Handlungen (TW: attempted rape) versucht der Anime, auch eine gewisse Lockerheit mit dezenten Comedyeinlagen aufzuspielen, die einfach fehl am Platz wirken. Gerade am Anfang der Episode erzählt Sakoto in inneren Dialogen von ihren Gefühlen und auch das Gespräch mit ihrer Schwester (die nichts für sie übrig hat, richtig sympathisch) hat seine ernsten Momente. Und dann wird gefühlt herumgealbert und diverse Themen werden ad absurdum geführt. Allerdings nicht eindeutig sichtbar, aber man merkt das.

Es haben schon viele Anime gezeigt, wie man ernsthafte Themen mit Comedy vermischen kann. Allerdings ist auch das Gegenteil der Fall und Firefly Wedding scheint sich wohl auf dieser Seite wohlzufühlen. Faszinierend zu sehen, wie viele (klassische) Shounen und Shoujo es nicht schaffen, eine gelungene Kombination aus Ernsthaftigkeit und lustigen Szenen zu schaffen.

Weswegen es Firefly Wedding bei mir aber sehr schwer haben wird, ist der männliche Hauptcharakter: Der Auftragsmörder/Assassine Shinpei Goto ist in der ersten Episode eine absolut unsympathische und nichtssagend geschriebene Person. Gepaart mit den gemeinsamen Interaktionen der Episode bleibt für mich nur die Frage, wie man so ein Paar schreiben kann. Denn ja: Die Prämisse ist absolut abstrus.

Und das ist richtig schade. Denn optisch macht Firefly Wedding einiges her, hat tolle Hintergründe und generell ein gelungenes Charakterdesign. Und das Key Visual ist wunderschön, hat mich sogar dazu gebracht die Serie zu schauen. Die elektronische Musik im Kampf hat mich zwar aus der Spur gebracht (und damit 0 gepasst), aber in den ruhigen Momenten war es wieder in Ordnung.

Firefly Wedding erscheint ab Freitag, dem 9. Oktober wöchentlich mit einer Episode.

Black Clover Staffel 2

Als das Clover-Königreich in Tyrannei versinkt, starten Asta und die magischen Ritter einen verzweifelten Angriff auf das Spade-Königreich, um ihre Ordensführer aus den Fängen der Dunklen Triade zu befreien. Doch dort erwarten sie mächtigere Gegner als je zuvor. Asta muss über sich hinauswachsen, um seine Freunde zu beschützen und sein Versprechen an Yuno zu halten. (Synopsis via Crunchyroll)

2.013 Tage. Oder 5 Jahre und 6 Monate. So lange hat es gedauert (mit einem Kinofilm dazwischen), um sagen zu können: Schreihals Asta ist zurück! Als wäre er nie weg gewesen. Denn Black Clover Staffel 2 macht nach einer kurzen Rückblende genau da weiter, wo die erste Staffel endete:

Dante, ein Mitglied der Dark Triade, wird besiegt, Yami und Vangeance werden entführt. Das Geheimnis um Asta und Liebe wird gelüftet und es geht zum Gegenschlag gegen das Königreich Spade.

Und ja, Black Clover Staffel 2 fühlt sich so an, als wäre die Serie nie weg gewesen. Erneut ist Studio Pierrot für die Animation zuständig und zeigt auch mit der ersten Episode, dass das Studio mit seinen Mitarbeitenden Shounen-Anime kann. Besonders hat mir das Sounddesign gefallen. Das Klappern von Astas Dämonenschwert sowie die generelle Kampfkulisse sind erstklassig umgesetzt.

Man muss aber wirklich betonen: Es ist eine Fortsetzung. Es ist also zu empfehlen, die erste Staffel (170 Episoden, ebenfalls auf Crunchyroll) gesehen zu haben.

Schaut man sich die verbleibenden 60 Kapitel an, zeigt das eigentlich ganz gut, wohin die Reise von Black Clover beziehungsweise Staffel 2 gehen wird: zum Serienfinale. Man darf also gespannt sein, was noch kommen wird und wie das Ende adaptiert wird.

Black Clover erscheint ab dem Samstag, dem 3. Oktober jede Woche auf Crunchyroll.

Overgeared

Grid hat das größte Pech und steckt bis über beide Ohren in Schulden. Sein einziger Ausweg? Ein VR-Spiel, in dem die Spieler Ruhm und Reichtum in der realen Welt erlangen können – doch selbst dort hat er zu kämpfen. Das ändert sich jedoch, als eine anspruchsvolle Quest dazu führt, dass er zum Erben eines legendären Schmieds wird. Seine Werte werden auf Null zurückgesetzt, doch er steigt im Level auf und fertigt einige wirklich göttliche Gegenstände an.(Synopsis via Crunchyroll)

Neue Season, neuer Game-Themed-Animedrop. Nun mit Overgeared, einer Webtoon-Adaption. Dieses Mal mit einem Spiel, das so groß und einflussreich ist, dass es sogar den sozialen Status in der Echtwelt widerspiegeln kann.

Mittendrin ist ein Spieler namens Grid, der wie durch Zufall über einen NPC ein Questitem erhält, das ihm den Rang eines legendären Schmiedes gibt. Inklusive Klassenwechsel und Levelneustart auf 1. Denn Satisfy, so der Name des Spiels, hat eine eigene KI namens Morpheus und diese hat vorhergesagt, dass das Item erst in zwei Jahren entdeckt werden sollte.

Nun wird Grid in der ersten Folge als Level-1-Player in eine Instanz geworfen, deren Gegnerin, eine echte Spielerin ungefähr Level 230 hat. Und was macht er? Er loggt sich aus.

Overgeared bedient sich in der ersten Folge vieler klassischer Tropes. Egal, ob es sich um die klassische Zero-to-Hero-Geschichte, die kleine Schwester oder den Background des Hauptcharakters handelt. Vieles ist altbekannt und altbewährt. Was allerdings schon in Folge 1 auffällt, ist der Humor: So versucht der Titel, Comedy zu bieten, scheitert aber daran, diese auch lustig zu machen.

Animiert wird der Titel erneut von J.C. Staff und ist … okay. Wie im Isekai-Genre haben männliche Webtoon-Charaktere allesamt den gleichen Look. Generisch, aber „solide“. Die Action ist ebenfalls ordentlich inszeniert, mehr aber eben auch nicht.

Übrigens: Wie auch schon bei anderen Webtoon-Adaptionen aus Südkorea gibt es bei Overgeared Anpassungen. Denn Grid heißt im Original nicht Grid, sondern Shin Youngwoo. Der Titel spielt auch nicht in Japan, sondern in Südkorea.

Alles in allem ein solider Titel für Fans, der in der ersten Folge keine größeren Überraschungen bietet.

Overgeared erscheint ab dem Montag, dem 28. September wöchentlich nur auf Crunchyroll.

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