Mit Black Torch gibt es aktuell einen neuen Shounen-Hit, der auf Crunchyroll läuft. Dank Crunchyroll hatte ich die Möglichkeit, der deutschen Stimme von Ichika Kishimojin, Elisa Pioch, diverse Fragen zu stellen. Ihr spannenden Antworten lest ihr hier!
Jirō Azuma ist kein gewöhnlicher Junge, denn er stammt aus einer traditionsreichen Ninja-Familie und kann mit Tieren reden. Als er einen verletzten Kater pflegt, stellt sich dieser als Mononoke heraus, der darüber hinaus als Finsterstern der Unbill bekannt ist und wegen seiner Kräfte von anderen Mononoke gejagt wird! Gut, dass der Geheimdienst noch aufkreuzt, um die Lage zu verkomplizieren. (Synopsis via Crunchyroll)
Moin Elisa. Vielen Dank für die Möglichkeit des Interviews! Stell dich doch kurz vor, wer du bist, aus welchen Rollen dich manche Anime-Fans kennen können und wie du Synchronsprecherin geworden bist.
Sehr gerne! Ich bin Elisa Pioch und seit mittlerweile drei Jahren Synchronschauspielerin. Vielleicht kennt ihr mich als Tetia aus Atelier of Witch Hat, Miyu Suzuki aus You and I Are Polar Opposites oder Guita aus Gachiakuta. Wie ich zum Synchronsprechen gekommen bin, macht mich persönlich immer etwas unsicher, denn ich bin Quereinsteigerin und komme nicht von der klassischen Ausbildung wie andere Synchronsprechende. Dass ich trotz dieser Widrigkeit den Fuß in die Tür bekommen habe, macht mich unfassbar glücklich!
Ich war schon immer jemand, der sehr gerne in der Schule geschauspielert oder bei privaten Musicals mitgewirkt hat. Daher wusste ich schon lange, dass dieser Berufszweig mir unheimlich viel Spaß macht. Ich habe mich aber damals nicht getraut, dem hauptberuflich nachzugehen, und habe zunächst im sozialen Bereich gearbeitet. Und auch wenn ich die Erfahrungen nicht missen möchte, habe ich gemerkt, dass ich damit nicht glücklich werde und etwas machen möchte, was mich richtig erfüllt.
Anschließend machte ich eine sogenannte Synchronsprecherausbildung, die ich aber nicht weiterempfehlen würde, vor allem weil das schauspielerische Handwerk viel zu kurz kam. Ich empfehle allen, die sich für den Berufszweig interessieren, den Weg über die Schauspielschule zu gehen. Möchte man den Quereinstieg schaffen, sind perfektes Hochdeutsch, schauspielerisches Talent und sehr gute Sprachproben eine grundlegende Voraussetzung. Anerkannte Synchron- und Schauspielworkshops sind dabei eine gute Unterstützung. Ich hatte das große Glück, Isabella Grothe und Eberhard Haar, zwei erfahrenen Synchronsprechern, meine Sprachproben zeigen zu dürfen, die mich daraufhin ermutigt haben, mich zu bewerben. Ich bin den beiden wahnsinnig dankbar, weil ich durch ihre Empfehlung beim Studio, die Chance bekam, mich vorstellen und beweisen zu dürfen.
So wie ich es mitbekommen habe, ist es durchaus nicht unüblich, durch Kontakte und Vitamin B in die Branche einzusteigen, wenn man denn das Durchhaltevermögen hat.
Total! Aber man muss natürlich auch abliefern. Denn mal abgesehen vom Durchhaltevermögen, muss man trotz der Nervosität auf die Sekunde genau funktionieren. Meist hört man das Original nur einmal und muss sofort im Kopf abspeichern: Text, Rhythmus, Lippen, Atmer und möglichst jede Nuance vom Original. Und im selben Moment auf Knopfdruck voll in die Emotion gehen, während die Regie ständig neue Anweisungen gibt. Wenn man unter diesem Druck nicht überzeugen kann, ist man leider ganz schnell wieder weg vom Fenster. Denn, und das muss man auch sagen, das Angebot an talentierten Synchronsprechenden ist riesig.
Wo hat man denn dich bislang so gehört?
Im Animebereich wären da Olivia Sweet in Let’s Play, Nina aus Nina the Starry Bride, Sophia Lila aus The Gorilla God’s Go-To Girl, Kae Yukiwari aus Boruto – Naturo Next Generation oder Julia Maxwell in Hana Kimi.
Wie war oder ist die Arbeit mit dem DMT Synchronstudio? Wie war für dich die Arbeit mit Felix Strüven, der Regie?
DMT war tatsächlich das erste Synchronstudio, das mir eine Chance gegeben hat. Es ist für mich ein absolutes Wohlfühlstudio. Insbesondere weil die Menschen dort alle unglaublich mausig sind. Die Arbeit mit Felix habe ich sehr genossen! Ich verstehe ich mich auch privat sehr gut mit ihm und das schafft
natürlich auch eine besonders schöne Basis für die Zusammenarbeit. So kann ich mich total gut auf das Schauspielkonzentrieren.
Mit welchen Stimmübungen bereitest du dich auf Rollen wie Ichika aus Black Torch vor?
Zunächst muss man sagen, dass es wirklich ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten gibt, seine Stimme aufzuwärmen. Meine erste Übung am Tag fängt schon in der Dusche an, mit einfachem Summen. *lacht* Denn ein netter Nebeneffekt in der Dusche ist die hohe Luftfeuchtigkeit, die einem hilft, dass die Stimmlippen schön geschmeidig schwingen. Ansonsten nutze ich häufig das Lippenflattern und die Sirene. Auch wenn derartige Übungen sehr absurd aussehen, ist deren Effekt wichtig, um seine Stimme zu schonen. In der Eile kam es bei mir auch schon vor, dass ich auf dem Weg zur Arbeit an der Bushaltestelle meine Übungen machen musste. *lacht*
Ichikas Stimme wird in der Serie durchaus auch sehr laut, das beansprucht die Stimmbänder um einiges mehr, wenn man nicht die richtige Technik benutzt. Ich mache z.B. gerne noch die Piosiv-Übung, wie etwa das Aussprechen der explosiven Konsonanten p, t, k, damit die Zwerchfellstütze aktiviert wird, also die tiefe Atemmuskulatur. Auf gar keinen Fall einfach aus dem Hals schreien.
Wird man dich 2026 noch in weiteren Serien oder Filmen hören?
In einer kommenden, neuen Serie, die ich leider noch nicht nennen darf! Ich bin sehr glücklich und stolz, diese Chance bekommen zu haben. Und auch wenn sie im Vergleich zu anderen Rollen eher klein ist, ist es auch für mich schön zu wissen, bei diesem Projekt und Universum mitgewirkt haben zu dürfen.
Was war das Ausschlaggebende an der Rolle von Ichika Kishimojin, dass du diese angenommen hast?
Ich werde oft für eher quirlige Figuren besetzt, deshalb war Ichika für mich ein spannender Kontrast. Sie ist sehr kompetent und handlungsfähig, gleichzeitig aber auch emotional komplex. Besonders gefällt mir, dass sie nicht über Romantik oder ihre Wirkung auf Männer definiert wird. Sie weiß, was sie will, lässt sich nichts vorschreiben und behauptet sich sehr klar. Diese selbstbestimmte Seite an ihr fand ich besonders reizvoll.
Wie stehst du als Quereinsteigerin zum Thema Simuldubs? Das war ja vor Jahren, als es anfing, und ist immer noch ein großes Thema in der Synchronbranche.
Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich da noch nicht in der Anime-Bubble drin war. Ich bin ein Studio-Ghibli-Kind und habe es geliebt, in ihre Welten einzutauchen. Das war mein erster Kontakt mit Anime. Und als ich mit Synchron angefangen habe, waren Simuldubs schon fast der gängige Standard. Für mich ist das eine wirklich schöne Sache. Das Lesen von Untertiteln würde mich total davon ablenken, mich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen.
Nun habe ich aber auch Einblicke hinter die Kulissen bekommen und weiß, was es bedeutet, Simuldubs zu produzieren. Und ich würde schon sagen, dass es ein besonderer Aufwand für alle Beteiligten ist, einem Simuldub gerecht zu werden. Es ist grundsätzlich in der Branche der gängige Wunsch, dass möglichst schnell und in der besten Qualität produziert wird, das ist dann bei einem Simuldub natürlich noch extremer, aber Kunst braucht Zeit.
Welches Franchise würdest du sehr gerne noch deine Stimme geben?
Oh, da hat sich für mich mit der kommenden Serie tatsächlich gerade ein absoluter Traum erfüllt. *lacht* Ich bekomme aktuell eher süße und quirlige Rollen und auch wenn ich die sehr liebe, hätte ich auch total Spaß daran, noch mehr neue Facetten auszuprobieren, wie etwa bei Ichika. Also eine Rolle in einer nervenaufreibenden Actionserie wäre auch echt cool! Mal schauen, was kommt.
Neben Black Torch: Wo kann man dich in der laufenden Sommerseason denn hören?
Ich spreche Miyu in You and I Are Polar Opposites! Und ich will nicht, dass diese tolle Serie endet.
Die Convention-Zeit 2026 ist vorbei und die ersten Ehrengäste für 2027 werden angekündigt. Wird man dich auf einer bekannten Messe sehen?
Dadurch, dass ich noch nicht so lange dabei bin, hatte ich beruflich und privat noch nicht die Chance, eine Anime-Messe zu besuchen. Viele befreundete Synchronsprechende schwärmen immer von der Atmosphäre dieser Messen und ich würde das gerne auch mal erleben. Aber direkte Pläne habe ich noch nicht.
Gibt es etwas, was du den Black Torch-Fans sagen möchtest?
Das Coole an Ichika ist, dass sie ihre Grenzen kennt und dementsprechend umsetzt. Das nehme ich für mich als Impuls mit und das würde ich sehr gerne allen Fans mitgeben: Setzt euch Grenzen und lasst euch nicht unterbuttern.
Schaut Black Torch mit deutscher Synchronisation oder Untertiteln. Nur auf Crunchyroll.