Neue Sommerseason, neue Anime-Season: Auch nach dem ersten Teil meiner Sommer Season-Preview erwarten Anime-Fans weitere hochkarätiger Titel, darunter zahlreiche Fortsetzungen beliebter Serien. Auch diesmal möchte ich Zwei Neuerscheinungen vorstellen.
Im Iran des 13. Jahrhunderts wird ein Mädchen namens Sitara als Sklavin verkauft. Sie hat Glück, denn Gelehrte nehmen sich ihrer an, um ihr die „Macht des Wissens“ zu vermitteln. Als Dschingis Khans riesiges mongolisches Imperium über Kontinente hinwegfegt und schließlich ihre Stadt erreicht, endet Sitaras friedliches Dasein. Ihr Schicksal als „Hexe“ nimmt seinen Lauf.
(Synopsis via Crunchyroll)
Jaadugar: Eine Hexe in der Mongolei
Wenn ich etwas an Anime-Fans nicht verstehe, dann ist es der immergleiche Ruf nach Abwechslung bei den neuen, kommenden Anime. Auch wenn ich durchaus nachvollziehen kann, dass man nach der hundertsten Isekai-Isekai-Adaption von Anime generell etwas übermüdet ist, habe ich wenig Verständnis für die Behauptung, jede Season würde immer wieder dieselben Titel liefern.
Und ja, auch wenn japanische Firmen inzwischen verstanden haben, dass es sinnvoll ist, erfolgreiche Marken fortzuführen (und es deshalb viele Fortsetzungen gibt), sind es oft die kleineren Anime, die immer wieder zeigen, dass es sich lohnt, über den Tellerrand jenseits der großen Shōnen-Blockbuster hinauszuschauen.
Und genau hier kommt Jaadugar ins Spiel. Ein Titel, der sich wirklich lohnt. Das von Science SARU (Dandadan, das kommende Ghost in the Shell-Remake, Devilman Crybaby) produzierte Werk hat bereits bei seiner Ankündigung für Aufmerksamkeit innerhalb verschiedener Fan-Bubbles gesorgt. Nicht nur ist Naoko Yamada beteiligt, auch auf den ersten Blick hebt sich Jaadugar deutlich von dem ab, was man sonst oft als „Isekai-Slop“ bezeichnet.
Denn die Manga-Adaption von Tomato Soup spielt nicht in einer Fantasy-Welt, sondern im Persien des 13. Jahrhunderts, zur Zeit der Mongolenexpansion. Im Mittelpunkt steht Sitara, eine Sklavin, die von einer Gelehrtenfamilie gekauft und später in das Mongolenreich verschleppt wird. Und das ist im Grunde erst der Anfang ihrer Reise.
Jaadugar startet am 4. Juli mit einer Doppelfolge und man muss sagen: Diese hat es auch gebraucht. Nicht nur erfährt man mehr über die Gelehrtenfamilie und ihr Schicksal, auch Sitara wird als Figur greifbarer, insbesondere durch ihre wachsende Faszination für Wissen.
Neben der Handlung sticht vor allem die Optik hervor. Schon der Manga beeindruckt durch einen besonderen Stil, der an die Miniaturmalerei des historischen Persiens bzw. der Region erinnert. Der Anime geht hier noch einen Schritt weiter: weich gezeichnete Hintergründe treffen auf markante Linienführung, wodurch nahezu jeder Frame wie ein Gemälde wirkt. Jaadugar sieht wunderschön aus.
Auch die Liebe zum Detail fällt positiv auf. Neben einem Soundtrack mit traditionellen Instrumenten wie der Oud hat sich Science SARU zudem dafür entschieden, auch mongolische Sprache einzubinden. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Ansatz konsequent durch die gesamte Serie getragen wird.
Alles in allem haben wir mit Jaadugar: A Witch in Mongolia einen echten Anime-des-Jahres-Anwärter, der sich nicht hinter anderen Produktionen verstecken muss.
Meine einzige Sorge betrifft allerdings das Internet. Man kann sich bereits ausmalen, welche Art von Kommentaren auftauchen werden, sollte der Anime populärer werden. Auch wenn Jaadugar sich (mit Sicherheit, leider) davon nicht frei halten kann, steht somit einer sehr starken Season nichts im Weg. Do
Jaadugar: Eine Hexe in der Mongolei startet mit einer Doppelfolge am 4. Juli, anschließend erscheint jeden Samstag eine neue Episode. Exklusiv auf Crunchyroll.
Das Dating-Action-Game Eternights vermischt eine Liebesgeschichte mit adrenalingeladenen Kämpfen. Koste dein Leben in der Zeit der Apokalypse voll aus. Plündere Vorräte, erkunde Dungeons und … date, was das Zeug hält!
Etwas oder jemand hat die Menschen in gefährliche Monster verwandelt. Jetzt gieren sie nur noch nach Gewalt und Macht. Sie stehen zwischen dir, einem Heilmittel und der Welt, die du dir wünscht. Eins aber ist das Wichtigste. Du kämpfst nicht nur um dein eigenes Überleben, sondern um das Überleben derer, die du liebst. (Synopsis via PlayStation.de)
Goodbye, Lara
Neben Jaadugar hat es mir vor allem ein weiterer Anime diese Season angetan. Mit Goodbye, Lara präsentiert das Animationsstudio Kinema Citrus (Made in Abyss) sein Jubiläumswerk zum 15-jährigen Bestehen. Und dieses wirkte schon bei der Ankündigung besonders; muss man sich nur das Visual oder den Trailer anschauen. Nun ist die erste Episode erschienen und ja: Es ist quasi Die kleine Meerjungfrau: The Animation. Im Retro-Stil, aber mit all den modernen Features, die man optisch heute so kennt. Ich meine es ernst: Die erste Episode gehört zusammen mit Jaadugar zu den stärksten Auftakten der Season. Gerade die zweite Hälfte zeigt, wie schön Anime sein kann.
Es gibt so viel zu erzählen. Dabei weiß Goodbye, Lara vor allem mit einigen interessanten Details im Vergleich zur Vorlage zu überzeugen, etwa durch den melancholischen, stellenweise gar depressiven Unterton einiger Dialoge. Man darf gespannt sein, wie weit Laras Faszination für die Menschen noch gehen wird. Kinema Citrus wollte hier wohl keine 1:1-Adaption erzählen, sondern das Märchen mit eigenen, frischen Ideen erweitern oder vielleicht sogar neu interpretieren. Die Prämisse legt jedenfalls einen starken Start hin und macht Lust darauf zu erfahren, wohin die Reise geht. Nach der ersten Episode kann man sogar so weit gehen und sagen, dass selbst Märchen-Muffel hier einmal reinschauen sollten.
Deshalb ist es vermutlich am besten, möglichst blind in die Serie zu starten und sich einfach darauf einzulassen. Ein absoluter Geheimtipp für Freunde von Drama!
Goodbye, Lara startet am 5. Juli, anschließend erscheint jeden Sonntag eine neue Episode – exklusiv auf Crunchyroll.
Goodbye Lara startet am 5. Juli, anschließend erscheint jeden Sonntag eine neue Episode. Exklusiv auf Crunchyroll.