Neue Sommerseason, neue Anime-Season: Auch in den sommerlichen Temperaturen des Jahres 2026 erwarten Anime-Fans wieder eine Vielzahl hochkarätiger Titel, darunter zahlreiche Fortsetzungen beliebter Serien. Zwei Neuerscheinungen möchte ich dabei vorstellen.
Mitsuki Aya has one goal at the elite Kuromi Girls’ Academy: to become a refined young lady like the school’s flawless “White Lily,” Yorue Mio. But her image of Mio shatters when Aya accidentally catches her…playing fighting games?! Turns out, the elegant Mio is actually a hardcore gamer—and she wants to duel Aya! The battle (and their friendship) begins.
(Synopsis via Crunchyroll)
Young Ladies Don’t Play Fighting Games
Ich mag keine Fighting Games. Da, ich habe es gesagt. Ich muss aber auch zugeben, dass ich bis auf ein paar Runden Tekken oder Street Fighter aktiv „nur“ Virtua Fighter 2 und irgendein Fighting Game namens Battle Arena Toshinden gespielt habe, Jahre bevor ich wusste, was das überhaupt ist.
Was das Ganze nun mit Young Ladies Don’t Play Fighting Games zu tun hat? Nun, es geht um Kampfspiele. Genauer gesagt um Street Fighter und darum, wie sich zwei Mädchen virtuell die Köpfe einschlagen.
Die erste Folge zeigt sehr schnell die Prämisse: An einer elitären Mädchenschule, an der Eleganz und Ansehen großgeschrieben werden, entdeckt die Austauschschülerin Aya, dass die elegante und allseits beliebte „Weiße Lilie“ Mio in Wahrheit eine Hardcore-Gamerin ist, insbesondere, wenn es um Prügelspiele geht. Das Problem? Wer an dieser Schule beim Videospielen erwischt wird, fliegt kurzerhand von dieser.
Alles in allem war es eine solide erste Episode, die die Grundidee der Serie gut vermittelt und erste Einblicke in die Gedankenwelt von Aya und Mio gewährt. Die Produktion von Studio Diomedéa macht dabei einen ordentlichen Eindruck, die echten Marken von Mad Katz oder die echten Street Fighter 6-Szenen sind klasse implementiert und man kann diese als Highlight ansehen. Ich bin allerdings gespannt, wie lange mich das „Cute Girls Doing Fighting Games“-Konzept begeistern kann.
Immerhin scheint sich die Serie selbst nicht allzu ernst zu nehmen, und bereits die erste Episode bietet einige gelungene Schmunzler. Außerdem bin ich neugierig, wie das mit Sicherheit aufkommende Drama aufgelöst wird und ob man am Ende eher auf Kitsch setzt oder nicht.
Die Mangavorlage trägt übrigens die Tags Girls Love bzw. Shōjo Ai. Man darf also gespannt sein, ob das Ganze am Ende klassischer „Bait „bleibt oder tatsächlich mehr dahintersteckt. Die erste Episode hat jedenfalls bereits ein bis zwei Hinweise in diese Richtung gestreut.
Sollten alle Stricke reißen, haben Fans von metallischer Musik immerhin einen neuen Song von Hanabie. erhalten. Die Harajuku-Core-Gruppe steuert nämlich das Opening mit dem passenden Titel „Life is Short, Fighting Maidens“ bei.
Young Ladies Don’t Play Fighting Games startet am Dienstag, 7. Juli und erscheint anschließend wöchentlich mit einer neuen Episode exklusiv bei Crunchyroll.
Born into a prestigious family of master swordsmen, Elymas Edvaughn’s future shatters when he awakens the so-called “defective” Heavy Knight class. Disowned and cast out, he regains memories of another life—and realizes this world mirrors a VR game he once mastered. Armed with knowledge no one else possesses, he sets out to rewrite his fate and prove the strength of the “weakest” class. (Synopsis via Crunchyroll)
The Exiled Heavy Knight Knows How To Game The System
Hach ja, GoHands. Kaum ein anderes Animestudio spaltet die Anime-Community so sehr. Während die einen die detaillierten Charakterdesigns und die aufwendigen Kamerafahrten feiern, können die anderen genau damit nichts anfangen. Gerade die teils übertriebenen und oft auch unnötigen Kamerafahrten sind inzwischen zu einem regelrechten Meme geworden.
So beeindruckend diese Inszenierung in manchen Szenen auch aussieht, baut GoHands sie gefühlt selbst in die simpelsten Dialoge ein. Räumliches Denken? Quasi unmöglich. Nach jedem Kampf fühlt man sich, als wäre man in einer Kiste eine 500-stufige Treppe hinuntergeworfen worden.
Mit The Exiled Heavy Knight Knows How To Game The System fallen zumindest die erzählerischen Probleme der Originalwerke weg. Andere Design- und Inszenierungsentscheidungen bleiben dagegen bestehen.
Einfach gesagt: Wer unter Motion Sickness leidet, sollte auch hier einen großen Bogen um den Anime machen.
Inhaltlich bekommen wir einen klassischen Gaming-Fantasy-Anime serviert, der sich bei bekannten Isekai-Genrevertretern wie Overlord bedient. Hauptcharakter Elymas erlangt plötzlich Erinnerungen daran, dass die Welt, in der er lebt, eigentlich ein Spiel ist, das er in- und auswendig kennt.
Im Laufe des Lebens erhält jeder Mensch eine Klasse zugewiesen. Elymas‘ Vater hat als Adliger dabei nur eine Klasse im Blick: den Master-Schwertkämpfer. Schließlich gilt dieser als edel, angesehen und vielseitig einsetzbar. Elymas erhält jedoch seine persönliche Lieblingsklasse: den Heavy Knight, eine vollständig auf Defensive ausgelegte Klasse.
Das Problem? Während die Menschen dieser Welt den Heavy Knight für schwach und nutzlos halten, kennt Elymas dessen tatsächliches Potenzial. Schließlich verfügt er über das Wissen eines Spielers, der vermutlich Hunderte Patchnotes studiert hat.
Nicht nur sein Vater ist von dieser Entwicklung alles andere als begeistert, zusätzlich taucht auch noch seine Cousine aus einer anderen Familie auf und macht ihm seinen Platz innerhalb der adeligen Hierarchie streitig und wird hochkant aus dem Haus geworfen.
Ja, erzählerisch reißt The Exiled Heavy Knight Knows How To Game The System mit seiner ersten Episode keine Bäume aus. Dafür hat man die Grundprämisse inzwischen einfach zu oft gesehen. Wie so häufig kommt es aber auf die Umsetzung an.
Und genau hier hat GoHands trotz aller Eigenheiten durchaus einen Pluspunkt in der Hand. Die ausgelutschte Geschichte wirkt durch die ungewöhnliche Inszenierung überraschend frisch. Irgendwie möchte ich wissen, wie es weitergeht – und gleichzeitig bin ich neugierig, welche absurden Kamerafahrten sich das Studio als Nächstes einfallen lässt.
The Exiled Heavy Knight Knows How To Game The System, startet am Donnerstag, 2. Juli und erscheind anschließend wöchentlich mit einer neuen Episode exklusiv bei Crunchyroll.