Es war wieder so weit: Die gamescom 2026 öffnete ihre Pforten und lud Abertausende Spielende und Entwickelnde in das beschauliche Köln. Mit jedem Beitrag möchte ich drei Spiele vorstellen, die demnächst erscheinen.
Project Revenant
Project Revenant ist ein Side-Scrolling-Shooter, bei dem du mit dem Cursor exakt auf Trefferzonen zielen musst – mit „Präzisionsziel“.
Project Revenant hat mein Interesse geweckt, weil ich mich beim Trailer sehr stark an die Thing-Thing-Reihe erinnert fühlte. Kennt die noch jemand? Coole 2D-Action, schnelle Kämpfe und bei jedem Treffer folgt der Tod und Neustart. Und ja, im Gespräch mit Entwickler Hwanjin You von MAYFLY war die Reihe neben der John Wick-Reihe einer der größten Einflüsse, um Project Revenant zu starten.
Wobei, eigentlich müsste man nur Revenant sagen, denn Project Revenant ist der Nachfolger beziehungsweise „Reboot“ des auf Steam kostenlos verfügbaren Revenant. Was einst als Studienprojekt startete, wurde laut You nach dem Militärdienst, den jeder Südkoreaner absolvieren muss, zum Vollzeitprojekt. Also versammelte er seine Studienkollegen und begann, aus Revenant ein vollwertiges Spiel zu machen. Denn während Revenant in 30 bis 50 Minuten durchgespielt ist, plant man bei Project Revenant weitaus größer: mehr Areale, mehr Skills, mehr Gegner und vor allem eine durchgehende Geschichte rund um Beta und ihre Kumpanin.
MAYFLY wurde im Zuge des KOCCA- beziehungsweise Südkorea-Pavillons eingeladen, auf der gamescom das Spiel zu präsentieren. Mit dabei waren auch andere, vielversprechende Titel, die ich aus Zeitgründen nicht anspielen konnte. You hat dabei auch erzählt, wie es dazu kam. Denn alle Spiele wurden anhand eines Wettbewerbs ermittelt und Project Revenant war einer der ausgewählten Spiele und konnte somit mit nach Köln.
Und ja, nachdem ich die Demo auf der gamescom sowie den laufenden Playtest zu Hause gespielt habe, verstehe ich, wieso Project Revenant „mitgenommen“ wurde. Die Besonderheit des Spiels und der Gameplay-Fokus ist das Beschießen von Trefferzonen der Gegner. Während normale Rebellen mit einfachen Kopfschüssen zu besiegen sind, gibt es zum Beispiel Riot-Shield-Träger, die auf einen zurennen. Die Lösung? Gezielte Schüsse auf die Füße oder man sprintet an ihnen vorbei und erledigt sie von hinten. Klingt einfach, ist aber dank der One-Shot-Mechanik wie etwa bei Hotline Miami mitunter sehr fordernd.
Dass John Wick einen großen Einfluss hatte, sieht man übrigens auch bei den Finishern, die man auf Knopfdruck bei gestunten beziehungsweise gelähmten Gegnern ausführen kann.
Alles in allem war Project Revenant für mich eine der größten Überraschungen der diesjährigen gamescom und ich bin echt gespannt, in welche Richtung die Story gehen wird. Die Checkpoints sind fair gesetzt, die Kämpfe sind herausfordernd, aber nie unfair, Beta als Charakter ist bislang sehr sympathisch und generell ist das Spiel sehr kurzweilig. Größtes Manko ist bislang nur die Tatsache, dass es bei einer Waffe bleiben wird.
Project Revenant erscheint ???? für PC (Steam).



CRYMELIGHT
CRYMELIGHT ist ein Roguelike-Actionspiel, das in der Welt des Jenseits spielt, in der Mädchen sich ihren Sünden stellen, während sie um ihre Freiheit kämpfen.
CRYMELIGHT hat mich vor allem stilistisch sehr interessiert. Neben dem generellen Charakter- und Monsterdesign weiß das von Furyu entwickelte und vertriebene Spiel optisch durchaus zu überzeugen. Pastellfarben, ein stimmiges UI, märchenhafter Soundtrack. Vieles erinnert dabei (natürlich) an Alice in Wonderland, wobei der Projektname „Project Alice“ ein weiteres Indiz dafür ist, dass es nicht nur einfache Ähnlichkeiten besitzt.
Spielerisch erwartet einen ein Death’s Door-ähnliches Roguelike-Spiel, bei dem man mehrere Dungeons beziehungsweise Ebenen bezwingen muss und die genretypischen Dinge wie Händler, besondere Welten und vieles mehr vorfindet. Beim aktiven Kämpfen helfen dabei Karten, die man pro Level auswählen kann. So kann man die sechs spielbaren Charaktere pro Runde verbessern. Stirbt man, fängt man wieder bei null an.
Die Demo machte einen spaßigen Eindruck, lediglich bei den Trefferzonen braucht es meiner Meinung nach noch einiges an Feintuning. Ich bin sehr oft offscreen gestorben oder habe Schaden genommen und das kann bei den doch sehr kleinen Dungeons durchaus frustrierend sein. Und über die Story war bis auf wenige Schnipsel ebenfalls nichts zu sehen. Animefans, die Bock auf ein Roguelike mit interessanter Optik haben, sollten hier definitiv einen Blick drauf werfen.
CRYMELIGHT erscheint am 4. November für Nintendo Switch 2, Nintendo Switch, PlayStation 5 und PC (Steam).



Genigods: Nezha
GeniGods: Nezha war mir vor der gamescom komplett unbekannt, scheint aber ein Titel aus einer Reihe von chinesischen Spielen zu sein, die in den nächsten zwei Jahren erscheinen werden. Neben der chinesischen Mythologie ist dabei auch die Unreal Engine 5 ein gemeinsamer Nenner. Das Spiel erinnert dabei an eine Mischung aus God of War und Bayonetta. Nezha, die Protagonistin des Spiels und ein wiedergeborener Geist, kann dabei ihre Form wandeln. Ihre Aufgabe? Götter und allerlei andere Wesen kloppen.
GeniGods: Nezha ist für einen Release im Jahr 2028 geplant und das merkt man auch. Auch wenn Nezha direkt wunderschön aussieht und ihre Animationen bereits fortgeschritten sind, trüben Platzhaltermusik und die überdimensionierten Lebensbalken der Bossgegner den Eindruck. Hier hat man noch viel Arbeit vor sich und auch sonst gibt es sehr viele Fragezeichen um den Titel. Weshalb man sich für eine Demo auf der gamescom entschieden hat, bleibt unbeantwortet. Denn selbst die Story wurde nur in einer kleineren, Soulslike-ähnlichen Einführungssequenz angedeutet.
Fans von Actionspielen werden aber bestimmt mit dem Titel ihren Spaß haben. Allerdings wohl erst in der fernen Zukunft.
GeniGods: Nezha erscheint 2028 für ? und PC (Steam).


