Es war wieder so weit: Die gamescom 2026 öffnete ihre Pforten und lud Abertausende Spielende und Entwickelnde in das beschauliche Köln. Mit jedem Beitrag möchte ich drei Spiele vorstellen, die demnächst erscheinen.
Honkai: Nexus Anima
Das Spiel spielt in einer Welt, die vom Gleichgewicht des Nexus bestimmt wird – unsichtbaren Verbindungen, die zwischen gegensätzlichen Konzepten wie Liebe und Hass gewoben sind. Wenn diese Verbindungen zerreißen, verteilt sich ihre Kraft in Form von Wesen, die „Anima“ genannt werden. Die Spieler steuern einen Reisenden, der sich auf ein Abenteuer begibt, um Verbindungen zu den Anima zu knüpfen.
HoYoverse ist wahrlich ein Mysterium. Kein anderes Entwicklerstudio schafft es, immer wieder neue Gacha-Spiele zu entwickeln, die sich untereinander komplett unterscheiden. So ist Honkai: Nexus Anima eine Art Autobattler-Monstersammel-RPG. Auf der gamescom hatte ich die Möglichkeit, ein riesiges Gebiet zu erkunden, in dem sich allerlei wild lebende Anima inmitten einer Großstadt tummeln. Neben mehreren Freizeitaktivitäten, um das Bonding zu erhöhen, gab es dabei allerlei Nebenquests zu erledigen.
Und diese sind durchaus mit klassischen Rollenspielen wie Baldur’s Gate 3 zu vergleichen: Ein Narrator erzählt etwa die Prämisse, während man als Spielfigur allerlei Entscheidungen zu treffen hat, die den Questverlauf beeinflussen. Prägnant war die Begegnung mit dem Nein-Sager. Dieser hat auf jede Frage mit „Nein.“ geantwortet. Das erkennt man als Spielfigur natürlich und fragt zunächst immer wieder die gleichen Fragen, als plötzlich der Erzähler vorschlägt: „Sollen wir ihn reinlegen?“ Und dann stellt man wirklich lustige Fragen, die der Nein-Sager mit einer immer ernster werdenden Stimme verneint. Selbst eine Kampfanfrage verneinte er!
Apropos Kämpfen. Denn ja, auch Honkai: Nexus Anima bedient sich des Genres des Autobattlers. Während die Anima das Kämpfen übernehmen und natürlich verschiedene Statistiken, Typen, Fähigkeiten und Co. aufweisen, hat man als Spielender durchaus Einfluss auf die Kämpfe. Mithilfe von Charakteren, die allesamt aus dem Honkai-Universum stammen, kann man dabei verschiedene Angriffe wie Single-Target- oder AoE-Schaden sowie Buffs und Debuffs wirken lassen. Diese lassen sich pro Kampf allerdings jeweils maximal einmal einsetzen, da sie sehr mächtig sind.
Einen Einblick in das Monetarisierungsmodell gewährte man mir bei der Demo nicht. Allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es wieder en masse Pay2Shortcut geben wird. Denn quasi jedes Anima lässt sich aufwerten, es gibt allerlei Ausrüstungsgegenstände und auch die mächtigen Charakterkarten beziehungsweise Figuren bieten sich dafür an.
Alles in allem glaube ich aber, dass Honkai: Nexus Anima definitiv seinen Platz finden wird. Die Kämpfe spielen sich flott und sehen schick aus. Die Monsterdesigns? Richtig drollig! Die Story hat ebenfalls Andeutungen gemacht, dass die fröhliche und lockere Atmosphäre mehr Schein als Sein ist. Vermiest man also nicht das Monetarisierungsmodell, werden hier viele Monstersammler auf ihre Kosten kommen.
Honkai: Nexus Anima erscheint ????? für PC, PlayStation 5 und Android/iOS.



Wilderings: The Lost Spring
Herobeat Studios wollen Spielende aufwecken, was die Natur angeht. Anders kann ich mir nicht erklären, wie man vom melancholisch-traurigen, mit einem Funken Hoffnung triefenden Endling: Extinction is Forever, bei dem man eine Fuchsmutter und ihre Jungen durch eine von Menschenhand zerstörte Welt bringen muss, die wir halt eben selbst zerstören, zu Wildings: The Lost Spring kommt. Denn hier erwartet uns quasi das, was uns auch in den nächsten Jahren blühen könnte: Die Welt ist korrumpiert und man hat eigentlich keine Chance, diese wieder auf Vordermann zu bringen. Point of no return.
Auch wenn unsere Zukunft düster aussieht, hat man in Wildings allerdings eine Chance. Denn die Spielfigur Abi hat die Fähigkeit, die verfluchte Erde wieder zu heilen. Und das nicht nur aktiv mit dem Knüppel und anderen Fähigkeiten, sondern auch mithilfe kleiner Monster, den sogenannten Hântu. Diese lassen sich „finden“, wenn man in der Welt beziehungsweise Runde voranschreitet und die korrumpierte Erde heilt. Und so kämpft man sich durch die Welt, levelt Abi auf und baut seine Basis auf: ein Luftschiff.
Das Luftschiff dient dabei als zentraler Hub für quasi alles. Im Gewächshaus erhält man durch das Pflanzen von Samen dauerhafte Boni und stärkere Attacken. Der Nebeneffekt: Die Bäume beziehungsweise Pflanzen wachsen ebenfalls und so wird aus einem einfachen Luftschiff ein riesiges Biotop voller Pflanzen.
Etwas, das in der Demo nur kurz angedeutet wird, ist die Story. Da man aber bereits Endling entwickelt hat, kann man wohl davon ausgehen, dass diese schön erzählt wird. Im Gespräch hat man mir aber auch versichert, dass man kein klassisches Apocalypse-Szenario zeigen will, sondern die Hoffnung, etwas zu ändern, wenn der Mensch es denn möchte.
Wildings: The Lost Spring erscheint ???? für PC (Steam).



Petit Planet
In „Petit Planet“ begibt sich der Spieler, der für die Firma Loomi Co arbeitet, zusammen mit drei anthropomorphen Tieren auf einen kleinen Planetoiden, um diesen zu erschließen und die Galaxie zu erkunden.
Und der nächste HoYoverse-Titel. Mit Petit Planet erkundet man erneut ein für das Studio neues Genre, nämlich die Farming Simulation beziehungsweise Life Sim. Wie im großen (und nicht unübersehbaren) Vorbild Animal Crossing und Stardew Valley bauen wir ein kleines Dorf aus dem Nichts auf, bauen allerlei Früchte an und sammeln Tiere, um so die Population auf dem eigenen Planeten anzukurbeln. Richtig gelesen: In Petit Planet ist man nämlich Besitzer eines Zwergenplaneten, der durch Fortschritt immer größer und größer wird.
Gibt es bestimmte Rohstoffe nicht, reisen wir per Zug durch das Weltall, um in einer größeren Weltraumstadt Einkäufe zu erledigen. Hier kommt auch das Social-Element ins Spiel, denn dort treffen wir andere Spielende und laden sie auf unseren Planeten ein.
Auch das Spieltempo ist sehr ähnlich zu den Vorbildern, wenn auch das eigentliche Arbeiten durchaus schneller vonstattengeht als bei anderen Genrevertretern.
Ein großes Fragezeichen ist im Vergleich zu Honkai: Nexus Anima für mich das Monetarisierungsmodell beziehungsweise wie stark der Grind für bestimmte Ressourcen und deren Mengen ausfallen wird. Und dann wäre da noch der AI-Chatbot, der bei der gamescom-Demo kurz vor Spielende aufgeploppt ist. Dann lieber kein Chat als so einen wahrscheinlich stark gefilterten beziehungsweise moderierten Chatbot. Ob die Zielgruppe so etwas benötigt?
Petit Planet erscheint im Winter 2026 für PC, iOS und Android.


