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Im Gespräch mit dem Sektenbeauftragten der bayerischen Landeskirche

Ein Experte spricht über neue religiöse Bewegungen.

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Berichte über die Happy Science sind rar gesät. Deshalb habe ich mich hierfür mit dem Beauftragten für Weltanschauungsfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Herrn Dr. Matthias Pöhlmann in Verbindung gesetzt. Im Gespräch hat er mir interessante Einblicke über neue religiöse Bewegungen gegeben und auch diverse Fragen über die Happy Science beantwortet.

Nicht nur seit Scientology oder den Zeugen Jehovas sind neureligiöse Gruppierungen ein immer wiederkehrendes Thema. Mit Happy Science etwa gibt es eine neureligiöse Bewegung seit kurzem auch in Deutschland, die für ihre religiösen Überzeugungen wirbt. Mit Dr. Pöhlmann  habe ich einen Experten im Bereich der Sekten- und Weltanschauungsfragen befragt, der viele interessante Antworten auf meine Fragen hat.

Dieses Interview ist der dritte und finale Teil meiner Artikelreihe über die neuen religiösen Bewegungen in Japan.

Die Aufgaben des Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten

Vielen Dank Dr. Pöhlmann für die Möglichkeit des Interviews. Zunächst würde ich Sie gerne bitten, sich meinen Lesern vorzustellen, etwa wer Sie sind und was ihre Tätigkeit ist.

Dr. Pöhlmann: Die offizielle Bezeichnung lautet Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Meine Aufgabe ist es, die Veränderungsprozesse in der religiös-weltanschaulichen Szene zu beobachten und über einzelne Gruppen zu informieren. Ich spreche gerne dabei von den „Bs“, die meine Tätigkeiten umfassen.

  1. Das erste B steht für Beobachten. So schaue ich mir die Gruppen an, etwa durch eigene Feld- oder Internetrecherche.

  2. Das zweite B ist das Beurteilen. Ich muss auch die Gruppen, die ich beobachte, auch einschätzen können. Ich tue das als evangelischer Theologe. Ich bekomme viele Anfragen, die speziell wissen möchten: „Ist Gruppe XY eine Sekte?“.

  3. Das dritte B ist natürlich Beraten. So wenden sich Menschen und Angehörige an mich, die im direkten Umfeld, der Familie oder Freundeskreis sind, einen Angehörigen oder einen nahestehenden Menschen haben, der Kontakt mit solchen Gruppierungen hat.

  4. Bilden ist das vierte B. Dabei halte ich Vorträge und Fortbildungsveranstaltungen für Pfarrer/innen, Lehrer-/Innen zum Thema.

Zu guter letzt rundet Berichten die Bs ab. Ich veröffentliche Artikel, Broschüren und Bücher zum Themenbereich.

Sind sie denn schon selbst einmal mit der japanischen (Pop)kultur in Kontakt getreten?

Manga sind mir natürlich ein Begriff, und als wir für Recherchezwecken nach Japan, genauer Tokyo im Jahr 2018 gereist sind, bin ich ebenfalls in Kontakt mit der dortigen Popkultur gekommen. Insgesamt ist es sehr interessant, das vor Ort erlebt zu haben.

Das Wort „Sekte“ wird oft vorurteilhaft verwendet

Bevor wir uns nun den neuen religiösen Bewegungen widmen: Bei meiner Recherche ist mir aufgefallen, dass das Wort „Sekte“ nur noch zögernd oder gar nicht verwendet wird. Woran liegt das?

Der Begriff „Sekte“ wird oft sehr vorverurteilend verwendet. Es ist ja keine Eigenbezeichnung der Gruppen selbst, und wir müssen dabei die unterschiedlichen Bedeutungen beachten. So gibt es zum Beispiel den soziologischen Sektenbegriff, welcher eine Minderheitsmeinung bezeichnet, die von der Mehrheitsmeinung abweicht. Auf der anderen Seite haben wir den umgangssprachlichen Sektenbegriff, wie er oft auch in den Medien verwendet wird: Dabei sieht man in „Sekten“ Gruppen, die Menschen materiell und auch psychisch abhängig machen. Die dritte Definition ist der theologische oder konfessionskundliche Sektenbegriff: Sekte ist demnach die Abspaltung von einer Mutterreligion. Es ist für uns als kirchliche Beauftragte wichtig zu zeigen, dass man nicht jede Gruppe sofort als Sekte deklarieren sollte. Differenzierung ist wichtig, um Unterschiede zu benennen und nicht alles unter Generalverdacht zu stellen. Welche Lehre, welches Menschenbild vertritt die Gruppe? Gibt es hier verletzende oder vereinnahmende Formen? Mitunter verwenden wir den Begriff „Neue Religionen“, um auch das Entstehen neuer Religionssysteme im 19. und 20. Jahrhundert auf der Basis neuer Offenbarungen und Schriften.

Sie haben bereits erwähnt, dass Sie in Japan waren um sich einen Überblick über die religiösen Bewegungen zu machen. Ist ihnen dabei aufgefallen, wie das japanische Volk solche Gruppierungen, speziell nach den Aum-Terroranschlägen wahrgenommen haben?

Gerade durch die Anschläge 1994 und 1995 durch die Aum-Sekte hat man gemerkt, dass die japanische Öffentlichkeit negativ gegenüber solchen Gruppierungen eingestellt ist. Damit ergab sich eine Zäsur, die auch fachliterarisch so in Japan aufgenommen wurde. Durch den Versuch der neuen Religionen, in Japan durch Politik aktiv zu werden, ist diese Skepsis weiter gewachsen.

Auch in Deutschland sind Neureligionen aktiv

Gibt es in Europa ebenfalls solche neue Religionen, die sich damit vergleichen lassen?

Ja, auch in Deutschland gibt es Neureligionen, wenngleich mit einem anderen Entstehungshintergrund und anderer Ausrichtung. Natürlich ist hier die Frage, wie man solche neue Religionen kategorisiert. Es gibt beispielsweise christliche Sondergemeinschaften, die im Kontext des Christentums entstanden sind. Sie berufen sich auf die Bibel, verabsolutieren aber Einzelaspekte und werfen den Kirchen vor, sie seien vom wahren Ursprung abgefallen. Neue Religionen gehen weiter: Sie berufen sich auf neue Offenbarungen, die der jeweilige Neureligionsgründer empfangen haben will. So existiert in Deutschland etwa das „Universelle Leben“ (UL). Zentrum der Aktivitäten ist Unterfranken, insbesondere Marktheidenfeld-Altfeld. Gründerin und Zentrum des UL ist die 1933 geborene Gabriele Wittek. Anhänger des UL betrachten sich als „Urchristen“ und sind davon überzeugt, dass Frau Wittek direkte Offenbarungen von Jesus Christus erhält. So existiert auch eine eigene Bibel. In München gibt es die Umfeldaktivität des UL: „Lebe gesund – Die Güter Neu-Jerusalem“ ist auf dem Viktualienmarkt mit einem eigenen Stand vertreten. Dort werden u.a. vegane Produkte angeboten.

Das UL halte ich für eine sehr konfliktträchtige Gruppierung an, da diese sehr stark die Kirche attackieren und in der Vergangenheit als sehr prozessfreudig in Erscheinung getreten ist. Die Anhänger des UL sehen sich selbst einer Komplottsituation aus Medien, Juristen und Kirchen ausgesetzt, wodurch sie sich als Verfolgte sehen. Derzeit befindet sich das UL in einer Übergangsituation: Offensichtlich bereitet man sich mit bestimmten Maßnahmen auf den Tag X vor, wenn Frau Wittek stirbt. Darauf deutet u.a. ein neuer Monumentalbau in Marktheidenfeld-Altfeld hin: „Das Zelt Gottes bei den Menschen“. Außerdem ist die Gruppierung dabei, die ganzen neuen Offenbarungen Witteks in einem Kanon neuer Schriften zusammenzustellen und in Buchform zu veröffentlichen.

Wie könnte man die Zeugen Jehovas kategorisieren?

Das ist eine klassische Sondergemeinschaft, die sehr endzeitlich und exklusiv ausgerichtet ist. Sie ist in München durch mehrere Verkündiger und ihren Trolleys am Hauptbahnhof oder am Marienplatz sehr präsent. Es gibt daneben noch weiter, eher unbekannte christliche Sondergemeinschaften, die jedoch kein Konfliktpotential aufweisen. Trotzdem sehe ich große Abweichungen von den Auffassungen der christlichen Kirchen, ob katholisch, evangelisch, orthodox oder freikirchlich. Beispiele wären die Christliche Wissenschaft (Christian Science) und die anthroposophisch geprägte Christengemeinschaft. Als neuoffenbarerische Heilergruppe könnte man den Bruno Gröning-Freundeskreis bezeichnen. Er behauptet, es gäbe kein Unheilbar! Und natürlich haben wir auch je nach Ursprungsland neue Religionen. Bekannter dürfte die aus Korea stammende Moon-Bewegung sein, die hierzulande unter der Bezeichnung „Familienföderation für den Weltfrieden“ in Erscheinung tritt.

Eine Neureligion, die neben der Bibel weitere heilige Schriften habt, ist die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“, deren Mitglieder von außen als „Mormonen“ bezeichnet werden. Ursprünglich in den USA entstanden, soll deren Prophet Joseph Smith heilige Texte erhalten haben, die er mit der sogenannten Prophetenbrille übersetzt hat. So entstand das Buch Mormon. Das Phänomen der Neureligionen gibt es in jedem Kulturkreis, sei es der USA, in Europa oder im asiatischen Bereich. In Japan ist jeder siebte, also 9,11 Millionen Japaner ein Mitglied solcher Neureligionen.

Mitgliederanzahl der Happy Science in Deutschland ist gering

Wieviele Mitglieder hat denn die Happy Science in Deutschland?

Das ist schwer zu sagen. Okawa hatte vor zwei Jahren einen öffentlichen Auftritt hier in Deutschland, und es waren ungefähr 600 Menschen in Berlin anwesend. Man versucht aktuell im deutschsprachigen Raum, durch Bücher oder Werbung auf sich aufmerksam zu machen. Im Vergleich zu der Mitgliederanzahl in Japan ist diese in Deutschland allerdings überschaubar.

Wie können Sie sich den Erfolg der Happy Science in Japan erklären? Welche Faktoren haben da eine Rolle gespielt?

Ich glaube, eine Sehnsucht nach Spiritualität spielt dabei eine große Rolle. Auch inmitten einer säkular geprägten Gesellschaft sind die Themen, die angesprochen werden, für viele attraktiv. So hat das Magazin Happy Science Monthly den Anspruch, aufzuzeigen, dass die Happy Science Antworten auf alle Fragen hat – sei es zu den Themen Frieden, Freiheit oder generelle Sinnfragen. Das von Okawa geschriebene Buch Das Geheimnis hinter der Vergewaltigung von Nanking: Eine spirituelle Beichte von Iris Chang soll über Channeling (Empfang von Botschaften übernatürlicher Wesen, siehe Medium, d. Red.) Antworten geben, ob das Massaker von Nanking auf Fakten basiert oder nicht.

Okawa sieht sich ja als geistige Autorität, durch denen er als „Kanal“ mit historisch relevanten Personen spricht. Durch ihn soll er ja mit Martin Luther gesprochen haben. Was die Themenauswahl angeht, muss man sich ja nur anschauen, welche Bücher er verfasst hat. Er spricht über Glück, Erfolg im Beruf oder generelle Lebenshilfe- und Selbstoptimierungsthemen an.

Kann man sagen, dass die Zielgruppe solcher Bewegungen Menschen sind, die Antworten auf bestimmte Lebensfragen benötigen? Oder ist es von gesellschaftlichen Schichten abhängig?

Nicht direkt. Ein Kollege hat mir im Vorfeld des Besuches in Tokyo erzählt, dass es sich bei der Happy Science nach seinem Eindruck um eine „Yuppie-Religion“ handle. Auch vor Ort ist uns aufgefallen, wie engagiert junge Menschen sich für Happy Science einsetzen. Ich glaube, die Besonderheit der Happy Science ist, einen modernen und scheinbar gelingenden Weg vorzugeben, wie man heue zu wahrem Glück kommen könnte.

Die Personen, die Okawa mit seinen Büchern und Vorträgen anspricht, müssen intellektuell, zeitlich und finanziell in der Lage sein, dieses Angebot wahrzunehmen. Ich kann mir auch vorstellen, dass es den finanziell schwächeren Personen auch ermöglicht wird, aktiv bei der Happy Science mitzuwirken – sei es durch Ermäßigungen oder ehrenamtlichem Engagement , etwa beim Bücherverkauf.

Also werden Menschen angesprochen, die schlechte Erfahrungen gemacht haben?

Nicht unbedingt. Die Menschen müssen keine Krisenerfahrungen erlebt haben. Es reicht schon, wenn Menschen das Gefühl haben wie etwa „Der Beruf den ich ausübe, erfüllt mich nicht mehr“ oder eben, wie schon erwähnt, einfachste „Sinn des Lebens“-Fragen. Der Markt der Lebenshilfe ist heute sehr breit aufgestellt. Die Vorstellung, es gebe eine Methode, das ewige Glück in dieser unübersichtlichen und hochmodernen Welt zu erreichen, ist für manchen attraktiv.

Der erste Kontakt mit der Happy Science

Wann ist denn Ihnen die Happy Science das erste Mal begegnet? Seit wann beobachten Sie die Happy Science?

Das erste Mal aufmerksam auf Happy Science bin ich bei einer Forschungsreise in die USA geworden. Das war in San Francisco auf einer Esoterik-Messe. Da gab es neben Ständen von der Scientology einen professionell errichteten Stand der Happy Science mit einem riesigen Bild von Okawa. Ich habe mich dann mit der am Stand anwesenden Mitarbeiterin unterhalten, die mir einen kurzen Überblick gab. Das war 2016, und als wir zwei Jahre später die Reise nach Japan und Südkorea gemacht haben, beschlossen wir die Happy Science vor Ort anzuschauen. Dadurch, dass Happy Science es schafft, jüngere Menschen anzusprechen, war es mir wichtig, auch diese genauer anzuschauen.

Auch auf der Frankfuter Buchmesse hier in Deutschland ist mir ein Stand des Buchverlages der Happy Science aufgefallen. Dort haben wir auch erfahren, dass es in Berlin auch eine Adresse für Deutschland gibt, wo zu Kursen eingeladen wird und Okawas Bücher zum Verkauf angeboten werden

Wie war denn der Kontakt mit den Menschen der Happy Science?

In Tokyo hatten wir direkten Kontakt mit den Funktionären der Happy Science. Das Gebäude, das wir uns genauer angeschaut haben, hat sich als eine Art Gebäude für Mitarbeiter herausgestellt. Dort gab es neben einer Bibliothek und Seminarräume auch einen Schrein von El Cantare. Der Kontakt war formell, aber distanziert bzw. reserviert. Kollegen, die nach uns versucht haben, mit der Happy Science in Kontakt zu treten haben allerdings berichtet, dass sie abgewiesen wurden.

Wäre ein Erfolg wie in Japan auch in Deutschland möglich?

Da glaube ich eher nicht. Deutsche haben einerseits einen starken Hang zum Individualismus. Zwar ist die Esoterik-Szene sehr erfolgreich in Deutschland vertreten, andererseits ist Happy Science doch sehr „japanisch“. Die Botschaften, die Okawa verbreitet, rufen in Deutschland eher eine Skepsis hervor. Die angebotenen Themen sind ja zum Teil auch skurril, etwa die Frage, ob es Außerirdische gibt. Daneben lädt man auch zum klassischen Japankurs ein. Das könnte Menschen vielleicht eher ansprechen und weniger die religiöse Botschaft.

Wie ist denn Ihre Meinung zu den Büchern von Okawa? Haben sie alle gelesen?

Einen wichtigen Teil. Diese Bücher ähneln der Lebenshilfe-Literatur aus dem Esoterik-Bereich. Allerdings ist der Anspruch viel höher, denn um die Texte zu verstehen, muss man wissen wie Okawa denkt. In den Büchern erkennt man, wie stark Okawa die Autorität auslebt. Er ist eine wichtige Heilsfigur. Seine Texte treffen sehr gut den Nerv einer hochindustrialisierten Leistungsgesellschaft, wie es Japan eben ist. Und ich frage mich dabei: Was steckt dahinter für ein Menschenbild? Was ist, wenn Menschen scheitern? In den Texten werden menschliche Grenzen praktisch ignoriert.

Filme wie Immortal Hero haben im Ausland Vertriebe gefunden, die diese Filme frei verkaufen lassen. Wie sähe das in Deutschland aus? Können Sie da eine Art Veto einlegen und sagen „Der Film ist gefährlich“?

Nein. In Deutschland gibt es das Grundrecht der Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Das ist gut so. Wir leben in einem religiös-weltanschaulichen Pluralismus. Das erfordert auch Orientierung für den Einzelnen. Was ich allerdings machen würde, ist über diesen Film und den Hintergrund der Happy Science aufzuklären. Die interessierten Personen können dann immer noch entscheiden, ob dieser Film etwas für sie ist oder nicht.

Was macht die Happy Science in Ihren Augen so gefährlich?

Das besondere an der Happy Science ist einerseits dieser überzogene Kenntnisanspruch von Okawa. Er wird immer mehr selbst zur Botschaft, dabei vermischt er sich sehr stark mit dem Shintoismus-und Buddhismus als auch mit der modernen Esoterik. Ich sehe die Gefahr für den Einzelnen, dass man unkritisch alles für bare Münze nimmt, geistig von diesen Lehren abhängig macht und letztlich darin verliert.

Beide Kirchen bieten Hilfe bei diesem Thema an

Zum Abschluss: Wie verhält man sich, wenn man merkt, dass jemand einer neuen Religion angehört?

Angehörige merken es schnell, wenn sich die Person stark verändert und nur noch Buchzitate der Happy Science zum Beispiel verwendet. Die Menschen neigen dann dazu, viele Dinge in Schwarz/Weiß zu sehen. Die Außenwelt wird als negativ und bedrohlich angesehen. Für Angehörige ist das schmerzhaft, weil sie, wenn sie kritisch eingestellt sind, vom neuen Mitglied möglicherweise als Bedrohung angesehen werden. Wenn ich dann von Ratsuchenden gefragt werde, rate ich dazu, unbedingt den Kontakt zu dem neuen Mitglied aufrecht zu erhalten. Man muss der Person zeigen, dass sie einem wichtig ist. Emotionale Zuwendung ermöglicht, dass sie vielleicht irgendwann auch den Weg zurück bzw. den Ausstieg aus der Gruppe und deren Ideologie schafft.

Welche Möglichkeiten bieten Sie für betroffene Angehörige an?

Es gibt sowohl von der evangelischen, als auch der katholischen Kirche  Beratungsstellen in ganz Deutschland. Es gibt auch nichtkirchliche Beratungsstellen, etwa das Sekteninfo NRW in Essen oder die Leitstelle für Sektenfragen in Berlin. Ganz neu ist zudem die Beratungsstelle Zebra-BW in Baden-Württemberg mit Sitz in Freiburg.

Kirchliche Beratungsstellen für Weltanschauungsfragen helfen Ratsuchenden Auskünfte und Beratung an. Sie ist kostenlos und selbstverständlich vertraulich.

Einen großen Dank an Dr. Matthias Pohlmann für die Möglichkeit des Interviews, als auch direkte Einblicke in die Werke von Okawa!

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