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Alle großen Anime-Streaminganbieter im Direktvergleich!

Eine Übersicht mit Vor- und Nachteilen aller Streaminganbieter.

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Anime-Streaming hat sich im Laufe der Jahre stark gewandelt. Gab es vor 10 Jahren kaum einen Anbieter, bei dem man legal seinem Lieblingshobby nachgehen konnte, sind es nun mehrere, die um Kunden kämpfen. Heute stelle ich euch die größten vor und zeige, welcher Anbieter für welchen Fan am besten geeignet ist!

Der hiesige Animefan hat die Qual der Wahl, wenn es um Anime-Streaminganbieter geht. Gab es vor mehreren Jahren noch unzählige Fansub-Gruppen, die sich abgesprochen haben, wer Titel X oder Y (illegal) bearbeiten durfte, werden seit geraumer Zeit sämtliche großen Anime von den Publishern lizenziert und dementsprechend mit Untertitel oder Synchronisation angeboten. Fansub gilt dementsprechend als tot.

Nun sind aber mittlerweile viele Player im Streamingbusiness und der geneigte Anime-Binge-Watcher kann leicht den Überblick verlieren, welcher Streaminganbieter nun der beste ist. Dieser Artikel soll als Leitfaden dienen, um zu zeigen, welcher Anime-Anbieter sehr gute Arbeit macht.

Wie bewertet wird

Das Bewerten ist der Knackpunkt für solche Entscheidungen, jede Person empfindet einen Streamingabieter anders. In diesem Artikel gibt es drei Schwerpunkte. Jedes Portal kann bei jedem bis zu fünf Punkte bekommen:

  1. Preis
  2. Angebot
  3. Benutzerfreundlichkeit

Ein Punkt steht für sehr schlecht, fünf für ausgezeichnet. Auch Zwischenschritte sind möglich. Angezeigt werden sie in Form von Sternen.

Alle Punkte ergeben zusammen eine finale Wertung:

4. Das Endergebnis

Genug um den heißen Gyoza geredet, beginnen wir mit dem Vergleich!

1. Preise: Keine großen Überraschungen vorhanden

Für den Kunden ist vor allem ein günstiges und doch umfangreiches Streamingangebot wichtig. Nun folgt eine genaue Auflistung der Anbieter mit ihren Preismodellen .

WAKANIMAnime on DemandNetflixCrunchyrollAmazon
Prime Video
Pakete (in Monate)– kostenlos
– Monatsabo (3, 6, 12)
– VIP-Pass (50 Tage)
Monatsabo
(3, 6, 12)
Monatsabo SD/ HD/ 4K– kostenlos
– „Fan“
(1, 3, 12)
– „Mega-Fan“
(1, 12)
-Monatsabo
Preis (in €)– kostenlos
– 5
– 9,95
– 13,99
– 49,99 
– 9,95
– 26,95
– 89,95
– 7,99
– 11,99
– 15,99
– kostenlos
Fan:
– 6,99
– 19,99
– 69,99
Mega-Fan:
– 9,99
– 99,99
– 7,99
– 69
– aniverse: 6,81
– animaxx 5,84
Account
benötigt?
neinjajaneinja
Kündigungsfristmonatlichmonatlichmonatlichmonatlichmonatlich
Kostenlose Testphasejaneinneinjaja
Bezahlmethode– PayPal
– Kreditkarte
-Guthabenkarte
– PayPal
– Kreditkarte
– paysafecard
– eBank2Pay
-Guthabenkarte
– PayPal
– Kreditkarte
– Lastschrift -Guthabenkarte
– PayPal
– Kreditkarte -Guthabenkarte 
-Kreditkarte
-Bankeinzug
Wertung
Alle Angaben ohne Gewähr.

Als erstes muss man ein generelles Lob aussprechen: jeder Streaminganbieter bietet ein Abonnement für unter 10€ an. Anime on Demand ist hier mit genau 10€ pro Monat am teuersten, WAKANIM und Crunchyroll am günstigsten. Hinsichtlich Bezahlmöglichkeiten ist AoD am flexibelsten, Amazon Prime dagegen nicht. Bei der Kündigungsfrist gibt es bei allen Anbietern die volle Flexibilität, man kann praktisch immer kündigen.

Kontoerstellung bei fast allen Anbietern Pflicht

Ärgerlich: um Probe-Abos abzuschließen, muss man bei allen Anbietern ein Konto erstellen und die Kreditkarte oder eine andere Bezahlmethode angeben. Crunchyroll und WAKANIM bieten dafür die Möglichkeit, die Titel aus dem Katalog auch kostenlos mit Werbeunterbrechung zu schauen. Dafür gibt es dann keinen Konto-Zwang.

Wieso das Pflicht ist, können nur Crunchyroll und WAKANIM genauer erläutern. Wenigstens bieten sie aber so etwas an. Anime on Demand hat zwar kein Probe-Abo im Sinne eines Testraumes, es reicht dort aber eine kostenlose Anmeldung aus, um die erste Folge kostenlos zu schauen; wahlweise mit deutscher Synchronisation oder Untertitel.

Netflix dagegen hat aktuell den Probemonat deaktiviert. Damit ist es momentan nicht möglich, sich einen Überblick über das Programm des Anbieters zu machen.

Der Preis kann aber so günstig wie möglich sein, die Bezahlmethoden ergiebig: für den Animefan zählt vor allem der Umfang. Was bekommen Fans der japanischen Popkultur für ihr Geld?

2. Anime-Streaming: Was bekommt man für’s Geld?

(Stand: 01.08.2020)WAKANIMAnime on DemandNetflixCrunchyrollAmazon
Prime Video
Episoden23874621153896
9749
Basis: 2793 Mit Channel:
aniverse:2095
animaxx:757
App-Unterstützung– Android
– iOS
– PS4
– Xbox One
– Windows
– FireTV
Nein. – Android
– iOS
– WiiU
– Windows
– Xbox One – Xbox 360 – PS3
– PS4 -Chromecast
– WiiU
-Chromecast
– Xbox One, – Xbox 360
– PS 3
– PS 4,
– PS Vita
– iOS
– Android
– Windows
– FireTV
– AppleTV
– Android
– FireTV
– iOS
– WiiU
– Windows
– Xbox One
– Xbox 360
– PS3
– PS4
-Chromecast
Bildqualität– 360p
– 540p
– 720p
– 1080p
– 360p
– 480p
– 576p
– 720p
– 1080p -1080p+
– 720p
– 1080p
– „4K“
– 240p
– 360p
– 480p
– 720p
– 1080p
– 720p
– 1080p
– „4K“
Mehrere Geräte gleichzeitig?neinjajajaja
Versteckte Kosten?neinneinneinneinja
Simulcast?jajaneinjaja
Regionale Unterschiede?janeinjajaja
Extra-Funktionen– Download-Funktion
– Kalender
– Simuldub
– Shop
-Verlinkung auf aniSearch
– Leih-Funktion
– Disc+
– Simuldub
Download-Funktion– (engl.) Manga
– Kalender
– Shop
– Download-Funktion
– Einstellbare Untertitel
– Leih-Funktion
– Download-Funktion
Wertung
Alle Angaben ohne Gewähr.
Titelauswahl ist je nach Anbieter ausreichend bis sehr gut

Wenn es nun um den Punkt der eigentlichen Anime-Auswahl geht, ist es am besten, sich ein eigenes Bild der Kataloge zu machen; Geschmäcker sind schließlich verschieden. Ist man aber auf Titel fixiert, die in einer Anime-Season frisch erscheinen, ist man mit WAKANIM, Crunchyroll und mit Abstrichen Anime on Demand am besten bedient. Alle drei Anbieter sind sehr aktiv, wenn es um sogenannte Simulcasts geht.

Katalogtechnisch gibt es aber zu erwähnen, dass jede Plattform seine exklusiven Titel besitzt, die auch nur beim jeweiligen Anbieter verfügbar sind. 

Netflix: Allrounder mit einzelnen Highlights

Als „Allrounder“ kann man Netflix bezeichnen.

Zwar ist die Titelauswahl da „nur“ ausreichend, jedoch hat sich das große N bei den Animefans als Lieblingsanbieter etabliert, vorrangig durch die Mischung aus Anime und Realserien. Betrachtet man aber Netflix als reinen Anime-Anbieter, versagt der Gigant in folgenden Punkten:
  • Es gibt keinen Simulcast (Violet Evergarden war bislang das einzige Projekt in dieser Richtung)
  • Lizenzierte Titel erscheinen zu regional unterschiedlichen Zeiten. Freut man sich also auf bestimmte kommende Titel, muss man eine Wartezeit hinnehmen.
  • Originals haben geringe Chance ein Home-Release zu bekommen („Netflix-Jail“)
  • Oft nur eine Staffel; Folgestaffeln nur mit großer Verzögerung

Und trotzdem hat auch auch Netflix seine Daseinsberechtigung. Zwar werden durch die falsche Benennung einiger Anime als Netflix Original viele Kunden getäuscht, sind gerade die aber das Highlight für viele an Netflix. Ansonsten gibt es ein Sammelsurium vieler Anime, die deutsche Publisher bereits als Home-Release veröffentlicht haben.

Amazon Prime Video nur mit Aufpreis nützlich

Einige diese Punkte gelten zwar bei Amazon Prime Video nicht, aber der Anbieter hat seine eigenen größeren Probleme. Aus dem Simulcast-Geschäft ist Amazon aktuell komplett ausgestiegen und die Anime, die auf Prime verfügbar sind, erscheinen auch nur sporadisch. Trotzdem ist gerade durch die Publisher-betriebenen Amazon Channels Animaxx on Demand und aniverse genügend Futter vorhanden. Zwar ist ein Abo bei den Channels mit Mehrkosten verbunden, aber diese werden öfters aktualisiert als das Prime-Angebot. Während Animaxx von peppermint anime/ Sony genutzt wird, ist aniverse ein Zusammenschluss aus KSM Anime, peppermint anime und Anime House. Angeboten werden dort aktuell nur deutsch synchronisierte Anime. Unangenehm: durch die Firmierung als Amazon Channel sind beide Anbieter separat zu buchen. So kommt es neben dem Prime-Monatsabo zu Mehrkosten, die andere Anbieter nicht haben.

Aber auch in Prime Video gibt es Anime-Highlights, die es nur dort zu bestaunen gibt.

Crunchyroll mit dem größten Angebot, aber vorhandenen Nachteilen

Was den Umfang angeht, führt kein Weg an Crunchyroll vorbei. Mit deutlichem Abstand ist der US-amerikanische Publisher der größte Anbieter von Anime im deutschen Raum. Ein Großteil der Simulcasts erscheint auf Crunchyroll, wodurch das Angebot pro Season gefühlt um bis zu 30 Titel steigt. Seit 2013 hat sich also einiges getan im Katalog des Anime-Spezialisten. Mit dem Kauf von AV Visionen kommen außerdem auch Titel des Tochterunternehmens Kazé Deutschland in den Katalog; wahlweise mit deutscher Sprache oder Untertitel.

Ärgerlich: sucht man im Internet nach legalen Anbietern diverser Anime, wird man oft auf Crunchyroll weitergeleitet. Damit wird suggeriert, den Anime gäbe es auf der Plattform. Klickt man begeistert auf den Link, wird aber angezeigt, dass der Anime in deutscher Sprache nicht verfügbar ist. Dies kann man umgehen: Neben der Möglichkeit mit deutschen Untertitel die Anime zu schauen, kann man die Seite auch auf englisch umstellen; damit hat man Zugriff auf Teile des englischen Kataloges, der auf der deutschen Seite nicht angezeigt wird. Die dritte Möglichkeit ist das Nutzen eines VPN-Anbieters. Man verfälscht dadurch die IP des Endgerätes und täuscht damit Crunchyroll vor, in Nordamerika zu leben. Mit diesem Kniff hat man vollen Zugriff auf das Programm des amerikanischen Crunchyroll, natürlich mit englischen Untertitel. Das Nutzen eines VPN ist zwar nicht illegal, allerdings verstößt es gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Crunchyroll. Werden Nutzer damit überführt, kann es zu einer Kontosperrung kommen.

Solche Anzeigen sind nicht kundenfreundlich und verwirren nur.

Ebenfalls üppig ist Crunchyrolls Angebot an unterstützten Geräten. Da gibt es aber vor allem bei älteren Spielkonsolen das Manko, dass diese (wie die Konsolen selbst) nicht mehr unterstützt werden. Praktisch überall streambar sind auch WAKANIM, Netflix und Amazon Prime Video. Jedes Gerät, das ein halbwegs aktuelles Betriebssystem vorweisen kann, wird unterstützt.

WAKANIM nun auch im Simuldub-Geschäft

Momentan überrascht WAKANIM in Kooperation mit peppermint anime. Ganz nach dem Vorbild des amerikanischen Anime-Platzhirschs Funimation gibt es zwei, drei Wochen nach der Erstausstrahlung eines Simulcasts einen deutschen Simuldub. Und sonst lassen sich viele Titel, die von Aniplex und Sony in Japan vertrieben werden, im Katalog finden. Desweiteren gibt es eine gute Auswahl an Anime mit deutschen Untertitel und Sprache.

Anime on Demand ohne App, aber mit bester Bildqualität und Auswahl an deutsch synchronisierten Anime

Anime on Demand ist eng mit Kazé Deutschland bzw. AV Visionen verbinden, bietet aber auch Anime-Lizenzen von FilmConfect, AniMoon Publishing und Anime House an. Dadurch gibt es dort eine große Auswahl an deutsch synchronisierte Anime.

AoD ist der Anbieter, der in punkto App am negativsten auffällt. Trotz Ankündigung, die nun bereits mehrere Jahre zurückliegt, gibt es immer noch keine App. AoD weist zwar explizit auf die Funktion hin, dass die Seite für alle gängigen Geräte HTML5 optimiert ist, das hat allerdings seine eigene Tücken, auf die später eingegangen werden. Zwar fehlt es Anime on Demand an einer App, allerdings bietet der Anbieter das beste Streaming-Erlebnis mit 1080p+. Das bedeutet nichts anderes, als dass auf Full HD gestreamt wird, aber mit dem Zusatz der erhöhten Bitrate. Das ist Kino-Standard und wird auch bei Blu Ray-Heimveröffentlichungen angewendet. Ansonsten ist überall (je nach Alter des Titels) 720p, eher noch 1080p Standard. WAKANIM geht auch einen Schritt weiter und bietet verschiedene Bitraten an.

Kommen wir nun zu einem Punkt, der wichtiger ist als man denkt: die Bedienfreundlichkeit.

3. Diverse Anbieter mit gravierenden Mängel in der Nutzerfreundlichkeit

Die Benutzerfreundlichkeit wird oftmals unterschätzt. zu einem gelungenen TV-Abend gehört aber die problemlose Navigation durch die Apps. Die Wertung in dieser Kategorie kommt vor allem mit der direkten Nutzung zustande und wie sich das ganze angefühlt hat. Auch hier empfindet jeder Mensch anders und gewichtet andere Punkte stärker als die hier aufgezeigten.

WAKANIM: Übersichtlich mit guter Nutzeroberfläche

Die WAKANIM-App ist, wie die Webseite sehr übersichtlich gestaltet. Während am SmartTV und in der Desktop-Variante die App im Darkmode genutzt wird, was schonend für die Augen ist, benutzt die Windows-App und Browser-Ansicht einen weißen Hintergrund. Anime werden im Kachelmuster angezeigt, man kann nach Titel über die Suchleiste einfach finden – sehr schön.

Die WAKANIM-App ist wie die Webseite sehr übersichtlich gestaltet. Während am SmartTV und in der Desktop-Variante die App im Darkmode genutzt wird, was schonend für die Augen ist, benutzt die Windows-App und Browser-Ansicht einen weißen Hintergrund. Anime werden im Kachelmuster angezeigt, Man kann nach Titel über die Suchleiste einfach finden – sehr schön.

Sehr schade: es gibt in der Windows-App keinerlei Einstellungsmöglichkeiten. Man kann weder einen Darkmode verwenden, noch andere Einstellungen im Stream direkt vornehmen. Auch unschön: die App verwendet noch französische Begriffe, trotz Region „Deutschland“. Das Programm wird stiefmütterlich behandelt; sämtliche Kritikpunkte findet man nicht in der Desktop-Version oder am Smart-TV.

Man erkennt, dass der Fokus auf der Desktop-Version und dem Handy/Tablet bzw. SmartTV liegt. Trotzdem wäre eine einheitliche Nutzungsmöglichkeit für alle Nutzer angenehmer.

Sehr cool: WAKANIM kann auch Offline ohne Internetanschluss benutzt werden, da es eine praktische Download-Funktion für längere Reisen ohne Internet gibt. Zwar ist das nur auf wenige Titel begrenzt, aber ein nettes Extra. Ebenfalls löblich ist die Transparenz. Man erkennt an jedem Episodenende, wer am Titel die Übersetzung getätigt hat.

Zusammengefasst:
+ Übersichtliches Interface
+ Bildschirmübertragung integriert
+ Viele Einstellungsmöglichkeiten im Player
+ Nützliche Funktionen (Kalender, Download)

– Diverse Apps mit Verbesserungspotenzial
– Verwirrende Episodenanzahl bei diversen Titel 

Anime on Demand: keine App, aber ausreichender Aufbau

Wie bereits erwähnt, entfällt die Suche nach einer App komplett; es existiert keine. Anime on Demand argumentiert hier, dass die Seite durch die HTML-Umrüstung auch auf mobilen Geräten oder der PlayStation 4 funktioniert. Das mag zwar stimmen, allerdings ist das, was die Bedienung angeht auch nicht das Wahre. Da es eine Internetseite ist, gibt es viel ungenutzten Platz im integrierten Browser, egal ob Vollbild oder nicht.

So oder so: Ist man nicht am PC aktiv am schauen, muss man viel Zeit mit Rumklickerei und Scrollen verbringen. Auch kann es passieren, dass man sich eventuell verklickt. Komfort geht anders. Ansonsten kann man nicht klagen, man erfährt viele Informationen über die Anime und hat mit der Verlinkung auf aniSearch eine externe Möglichkeit, nach ähnlichen Titel zu suchen.

Ärgerlich: es werden nicht die mitwirkenden Personen angezeigt, wie es bei einigen anderen Anbietern der Fall ist.

 

Ja, es ist möglich, AoD so zu nutzen. Und ja, man gewöhnt sich mit Sicherheit an die Nutzung. Trotzdem ist in praktisch jedem Punkt Verbesserungspotenzial vorhanden, denn Handys und Tablet sind mittlerweile weiter verbreitet als ein PC. Und für einen TV-Abend solche Umwege gehen zu müssen, macht nicht jeder.

 

Zusammengefasst:
+ Angenehme Farben (ähnlich Darkmode)
+ Viele Einstellungsmöglichkeiten im Player
+ Nützliche Funktionen (aniSearch-Verlinkung, Kalender)

– Keine App
– Fummelige Bedienung über PS4 und Handy
– Keine Bibliothek anlegbar

Netflix: Vorreiterstellung in Sachen Userexperience

Der US-Anbieter, der Anime als kostengünstige Alternative zu TV-Blockbustern gefunden hat, besitzt vor allem ein Ziel: Ein Schau-Erlebnis ohne viel Suchen zu bieten. Und das ist es auch, wenn man Netflix auf sämtlichen verfügbaren Geräten und Apps öffnet. In einfache Kategorien gelistet und mit Titelbildern versehen, die sofort den Fokus auf diese legen.

Einerseits intuitiv für die Bedienbarkeit der App, besitzt es vor allem ein großes Problem. Denn die Empfehlungen sind auf den Zuschauer zugeschnitten, schaut man 5 Krimi-Serien am Stück, zeigt Netflix zum Großteil weitere Empfehlungen, die in diese Richtung gehen. Es gibt eine Übersicht der Kategorien, diese sind aber oftmals ebenfalls dem (vermuteten) Geschmack angepasst. Entweder werden Anime ganz am Ende angezeigt oder eben gar nicht. Dadurch verpasst man als Zuschauer den ein oder anderen Anime-Blockbuster. Erst das löschen des Verlaufs (am PC) oder die manuelle Suche nach den Anime verhindert, dass man Titel übersieht.

Sehr schön: Netflix listet am Ende jeder Episode die Personen, die an der Anime-Übersetzung mitgewirkt haben. Das sorgt für Transparenz. Problematisch ist aber, dass die Qualität der Untertitel eher semi-gut sind. So gibt es Anime, bei denen mehrere Übersetzer gleichzeitig arbeiten. Und das abwechselnd. Da kann es dann mal vorkommen, dass die Untertitel sich pro Folge massiv unterscheiden.

Des Weiteren besitzt Netflix eine komische Angewohnheit, die Titel nicht richtig nach der Staffel zu nummerieren. Das bekannteste Beispiel ist The Seven Deadly Sins. Obwohl in Japan erst zwei Folgestaffeln erschienen sind, listet Netflix den Anime mit vier; und lässt dabei die OVA als richtige Staffel gelistet.

Ebenfalls ein Netflix-exklusives Problem ist die Benennung der Netflix Originals. Oft heimst der Anbieter dafür Lob ein, obwohl er bei der Produktion so nicht mitgewirkt hat.  so ist es bei Realserien oder -Filmen. Böse Zungen könnten da Kundentäuschung schreien. Das ist allerdings ein anderes Thema.

Zusammengefasst:
+ Intuitives Design
+ viele Einstellungsmöglichkeiten im Player

– falsche Staffelbenennung der Titel
– Künstliche Intelligenz blendet Anime aus
– Nützliche Funktionen (Download-Funktion)
– oft nicht ersichtlich, welche Sprache verfügbar
– Komfortfunktionen je nach Titel nervig (OP/ED-Überspringen)

Crunchyroll: Sprachen-Problem und kleinere App-Mängel

Seit 2013 ist der Streaminganbieter auch im deutschsprachigen Raum abrufbar und besitzt den größten Anime-Content aller getesteten Anbieter. Zwar kann sich die Anzahl der auf deutsch übersetzten Anime sehen lassen, und gibt es die Möglichkeit, die Sprache von Deutsch auf Englisch umzustellen (Desktop). Dadurch hat man Zugriff auf das englische Programm, dessen Lizenzen auch in Deutschland abrufbar sind. Das betrifft vor allem Titel, die nach 2014 erschienen sind.

Trotzdem kann es zur Verwirrung kommen, wenn Anime, die 13 Episoden besitzen, plötzlich mit 60 gelistet werden – und sämtliche anderen Folgen nur die eine Staffel in einer anderen Sprache ist. Man erkennt an allen Ecken und Kanten, dass es sich beim deutschen Crunchyroll nur um eine Subdomain des englischen handelt; denglisch inklusive.

Und das ist nicht das Einzige: gerade bei Titeln, die mehrere Sprachen anbieten, kann man erwarten dass der deutsche Reiter sofort geöffnet wird. Und das ist bei Crunchyroll nicht der Fall.

Eine kleine Anmerkung außerdem zum aktuellsten App-Update für die Smart-TV App. Dort kommt es zu kleineren Freezes, die man nur mit einem „Stoppen erzwingen“ lösen konnte. Generell ist das neue App-Design lobenswert, allerdings noch sehr fehlerbehaftet. Auch gibt es keine Transparenz bezüglich der Personen, die den Titel übersetzt haben.

Neu dazugekommen sind (24.08) neue Mitgliedschaften in Form der Bezeichnung „Fan“und „Mega-Fan“. Dort gibt es, zeitgleich mit dem App-Update auch die Möglichkeit, Account-Sharing zu betreiben und die Download-Funktion für Offline-Streaming zu nutzen. Letzteresist aber nur den Mega-Fans vorbehalten

Zusammengefasst:
+ viele Einstellungsmöglichkeiten im Player (PC)
+ einfache Bedienung
+ Nützliche Extra-Funktionen

– deutsche Sprache (egal ob OmU oder Dub) nicht sofort ersichtlich
– App zeigt englisches und deutsches Programm an
– SmartTV-App besitzt lange Ladezeiten bzw. generelle technische Probleme
– keine Einstellungsmöglichkeiten im SmartTV-Player

Amazon Prime Video: digitale Frechheit in Form einer App

Geht es um Anime-Streaming wird zwar oft nach Netflix gefragt, aber auch Amazon Prime Video bietet eine große Auswahl an Anime. So groß aber die Auswahl ist, umso umständlicher ist es, diese auszuwählen. Die App, die Amazon anbietet ist ein absoluter Graus und nur für starrköpfige Animefans zu empfehlen. Zwar besitzt APV im Vergleich zu anderen Anbietern tolle Auswahlmöglichkeiten, was die Untertitel im direkten Stream angeht, versagt aber nicht nur bei der Bedienung zur Auswahl der Anime.

Denn Amazon Prime Video ist kein eigener Streamingdienst, sondern bei Amazon im Wirtschaftskreislauf integriert. Das bedeutet, dass man mit der bewährten Kachelstruktur als Genre-/Themenfokus nicht nur in Prime enthaltene Titel angezeigt bekommt, sondern auch Serien und Filme, die nur mit Aufpreis anzuschauen sind. Weiterhin sehr benutzerunfreundlich ist die Qualitätsoption der 4K-Titel. Bei Anime nur bei den wenigsten Titel verfügbar (Your Name.), wird das nicht unter ein und demselben Titel erfasst, sondern separat angezeigt. Damit wirkt das Herumstöbern extrem langgezogen und der eigentlich gute Katalog wirkt aufgebläht. Das wird aber vor allem durch eine weitere „Funktion“ verstärkt.

Amazon geht gerade bei längeren Titel nach der deutschen Veröffentlichung und hat für jede weitere Fortsetzung eine separate Kachel . Konkret heißt das zum Beispiel, dass die Pokémon XY-Staffel nicht fortlaufend mit Folge 1 – 200 angezeigt wird, sondern „Pokémon XY Staffel 1, Teil 2, Episoden 14 – 30 und „Pokémon XY Staffel 1, Teil 3, Episoden 30- 46“. 

Es macht schlichtweg keinen Spaß, die App für Streaming zu nutzen. Zwar bietet Amazon im Detail viele Einstellungsmöglichkeiten, aber die App steht sich oft selbst im Weg. Umso unverständlicher ist es, dass man anscheinend seit Jahren auf dieses Konzept setzt; die App bekommt durchgehend Updates und Bugfixes.

Zusammengefasst:
+ viele Einstellungsmöglichkeiten im Player
+ es funktioniert

– fummelige Bedienung
– Werbeeinblendungen
– schreckliche Seriensortierung, viele Titel doppelt
– Mischung aus Prime-inklusive und Extra-Zahlung nicht immer direkt ersichtlich

4. Das Endergebnis: der beste Anime-Streaming-Anbieter ist…

Vergleiche schön und gut, das sind die finalen Ergebnisse dieses Artikels:

WAKANIMAnime on DemandNetflixCrunchyrollAmazon Prime Video
Preis
Angebot
Benutzerfreundlichkeit
Finale Bewertung14,5101113,59
Platzierung1.4.3.2.5.

Die Gold-Medallie geht an WAKANIM! Mit 14,5 Punkten konnte der deutsche Ableger in praktisch allen Punkten überzeugen. Lediglich bei der Benutzerfreundlichkeit gibt es kleinere Mängel. Zweiter wurde der US-Riese Crunchyroll. Mit einem überwältigen Angebot sticht das Portal zwar hervor, gibt aber auch in Punkte Benutzerfreundlichkeit große Verbesserungsmöglichkeiten. Netflix erobert Platz drei, während Anime on Demand vierter wurde. Während bei AoD das größte Manko die fehlende App ist, muss Netflix vor allem ein besseres Programm bieten.

Abgeschlagen ist Amazon Prime Video, dem wegen einer grauenhaften Benutzeroberfläche und einem „okay-en“ Angebot ein Sprung in höhere Punkteregionen verwehrt blieb.

Fazit

Schaut man sich die Endtabelle an, erkennt man, dass die Anbieter sich nicht viel nehmen. Jeder bietet (mit einer Ausnahme) ein ausreichendes Streamingerlebnis an und es gibt nur kleine Details, die die Portale unterscheidet. Mit der Ausnahme von Anime on Demand, welches immer noch keine App anbietet, ist Anime-Streaming in Deutschland angekommen. Vergleicht man das mit dem Angebot vor 10 Jahren, kann man durchaus erkennen, dass es sich verbessert hat.

Klar, viele Animefans wünschen sich einen Anbieter, der alles anbietet. Das ist aber alleine wegen den japanischen Lizenzgebern nicht möglich. Im Westen zeichnet sich sowieso ein Machtkampf zwischen Crunchyroll/Anime on Demand, WAKANIM und Netflix ab, da diese die großen Firmen aus Japan oder den USA hinter sich haben.

Anschließend kann man noch erwähnen, dass der Kundensupport bei allen Anbieter ausreichend bis sehr gut ist. Während Crunchyroll, Anime on Demand und WAKANIM unter anderem Support über Facebook/Twitter und E-Mail anbietet, gibt es bei Netflix und Amazon E-Mail, Telefon und Chat. Freundlich und hilfreich sind alle.

Weitere Anbieter

In diesem Artikel geht es zwar um einen Direktvergleich der fünf großen Streaminganbieter, die sich entweder komplett oder nur Themenweise für Anime begeistern. Doch das Meer der Anbieter ist größer als man denkt. Folgende Anbieter bieten kostenlos Anime an:

  • Netzkino
  • Prosieben MAXX (Mediathek der letzten 14 Tage)
  • TV NOW (ehemals Watchbox, Webseite)
Kostenpflichtig gibt es noch folgende Dienste:
  • RakutenTV
  • Google Play, Microsoft Store, YouTube Filme & Shows, Steam
    (Direktkauf, Verleih)

Diese Anbieter haben allerdings mit den großen Anime-Streaminganbietern (auf deutsch) ein deckendes Angebot und werden deshalb nicht erwähnt.

Persönliche Anmerkung zu den Bildern: Da der App-Aufbau von Netflix und Amazon Prime praktisch überall gleich ist, habe ich weitere Screenshots ausgelassen.

Wie sieht es bei euch aus? Wie ist eure Erfahrung mit dem Anime-Streaming-Angebot in Deutschland?

1 Kommentar

  1. Sehr schöne Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile der einzelnen Streaminganbietern.
    Ich persönlich nutze ebenfalls überwiegend diese großen 5 Anbieter.

    Wakanim und Crunchyroll gefallen mir am besten.
    Netflix hat allerdings den besten Player und die schnellste Synchronisierung zwischen App und Browser.
    Wenn man am Browser das Video stoppt wird die Folge in der exakten Sekunde in der App abgespielt.
    Bei Crunchyroll hingegen bleibt es für einen Tag lang um einige Folgen falsch. Oft muss man manuell die Folge auswählen bei der man war.

    AoD hat eine schöne Auswahl aber leider ist das ständige ruckeln des Players am Anfang jeder Folge und beim einstellen des Vollbildes recht nervig.

    Außerdem müsste es meines Wissens nach nicht mehrfach nutzbar sein.

    Amazon lädt gerne mal die Untertitel nicht.
    Dafür kann aber zu jedem Zeitpunkt der Synchronsprecher angezeigt werden. Das finde ich wirklich fantastisch.

    Insgesamt stimme ich deiner Wertung voll und ganz zu.

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