Es war wieder so weit: Die gamescom 2026 öffnete ihre Pforten und lud Abertausende Spielende und Entwickelnde in das beschauliche Köln. Mit jedem Beitrag möchte ich drei Spiele vorstellen, die demnächst erscheinen.
ANOMALITH
„ANOMALITH“ ist ein Survival-Third-Person-Shooter, der in Japan spielt und von der Atmosphäre liminaler Räume sowie der Retro-Ästhetik der Showa-Ära geprägt ist. Auf der Suche nach ihrer vermissten Freundin begibt sich ein Mädchen in eine Welt, die von Anomalien heimgesucht wird.
Furyu ist ein Mysterium. Der japanische Entwickler und Publisher veröffentlicht gefühlt jedes Jahr mehrere Spiele, die bei der Fanbase entweder richtig gemocht werden (Caligula Effect, Crymachina) oder stark kritisiert werden (Reynatis, Varlet). Und ja, auch wenn man hier zwischen Furyu als Publisher und Entwickler unterscheiden muss, die Kernaussage bleibt.
Mit ANOMALITH erscheint Ende Oktober ein von Furyu vertriebenes Spiel. Entwickelt wird der Titel von Winning Entertainment Group. Diesmal bedient man sich allerdings nicht der Persona-JRPG-Formel, sondern bietet klassischere Third-Person-Action im Stile von Resident Evil. Die Story ist dabei schnell erzählt: Mysteriöse Anomalien überfallen Tokio, eine Sondereinheit wird gebildet. Die weibliche Hauptfigur sucht ihre Freundin, meldet sich bei jener Einheit an und erweckt direkt im ersten Einsatz mysteriöse Kräfte.
Die sehr ausführliche Demo, für die man auf der gamescom locker 90 Minuten gebraucht hätte, zeigt quasi den Prolog sowie die ersten Missionen. Zunächst mit zwei Waffen gewappnet, bekämpfen wir dabei allerlei obskure Wesen in einer isolierten Zone, ehe wir die neu entdeckten Kräfte an einem Bossgegner ausprobieren können. Und auch wenn die grundlegenden Mechaniken schnell erklärt sind: Das Movement fühlt sich erstaunlich „clunky“ an und das Beschießen der Gegner war, was das Trefferfeedback angeht, eher minimalistisch.
Und keine Frage: Bei einem Third-Person-Horrorspiel im Stile von Resident Evil dürfen lange, lineare Korridore nicht fehlen. Diese sind aber bei ANOMALITH erstaunlich steril und … langweilig. Hier wird man viel Potenzial liegen lassen, zumal die bisherigen Gegner kaum Widerstand geleistet haben.
Also ja, das Spiel ist spielmechanisch klassisch gehalten. Die Story dagegen hat gegen Ende durchaus Potenzial für mehr gezeigt, zumal die Inszenierung des Horrors wirklich ansehnlich ist.
Damit wären wir wieder bei der ersten Aussage: Furyu ist und bleibt ein Mysterium.
ANOMALITH erscheint am 26. Oktober für PC (Steam), PlayStation 5 sowie Nintendo Switch 2.



Wyrm Saga
„Wyrm Saga“ ist ein Roguelike-Deckbuilding-Spiel, das in der fantastischen Welt der illuminierten Handschriften spielt. Stelle dich einer ganzen Reihe bizarrer Gegner und entwickle dich von einem Wyrmling zu einem mächtigen Drachen. Erlange neue Kräfte und werde zur Legende – oder stirb bei dem Versuch.
Wenn es eine Genre-Kombination gibt, die eigentlich immer funktioniert, sind es Deckbuilder-Roguelikes. Die Mischung aus dem Zusammenbau eines effektiven Kartendecks und dem stetigen Stärkerwerden der Spielfigur erzeugt so gut wie immer eine Suchtspirale, die einfach motiviert und Spaß macht. So auch bei Wyrm Saga. Die Besonderheit liegt aber an den „Karten“, die eigentlich Münzen sind. Diese haben allesamt verschiedene Fähigkeiten und können durch das richtige Aneinanderreihen noch größere Kombinationen ermöglichen.
Gespielt werden die Münzen auf einem Spielfeld, das sich je nach Biom anpasst. Kluges Legen der Münzen ist also ein riesiger Vorteil. Das Spielfeld erinnert dabei sehr stark an Dorfromantik und Die Siedler von Catan, was im Gespräch mit der deutschen Entwicklerin auch als Inspiration bestätigt wurde.
Nach erfolgreichen Runden hat man anschließend die Möglichkeit, die Spielfigur, ein kleines Wyrm- beziehungsweise Drachen-Fabelwesen, anzupassen. So passt man die Runde nach und nach an den eigenen Spielstil an und ermöglicht es beispielsweise, die gegnerische Rüstung zu zerstören und anschließend mit Giftschaden an die Lebenspunkte zu gehen.
Auch wenn es sich bei der Demo von Wyrm Saga um einen sehr frühen Build handelte, war ich nach einer kurzen Erklärung hooked. Wie gesagt: Der Genremix funktioniert einfach sehr gut. Dazu kommt, dass das Spiel einen durchaus eigenwilligen, pastellfarbigen und handgezeichneten Look hat. Wenn also der Umfang stimmt, werden Genrefreunde mit Wyrm Saga viel Spaß haben.
Wyrm Saga erscheint ???? für PC (Steam).



Ananta
Die Geschichte von ANANTA spielt sich zwischen Nova City und Chongxiaos Lingyun City ab. Stelle dein Team zusammen, begib dich auf Abenteuer durch verschiedene Städte und decke verborgene Wahrheiten auf. Aber das ist noch nicht alles! Du kannst auch verschiedene Lebenswelten und den ganz eigenen Lebensstil jeder Stadt erleben.
Endlich ist es soweit: Ananta, das große Anime-GTA, hat einen Veröffentlichungstermin. Am 15. Januar 2027 können Spielende in die Open World von Ananta eintauchen und allerlei Schabernack betreiben. Denn als wahlweise Polizist oder Polizistin hat man durchaus interessante Nebentätigkeiten. Ähnlich wie in den Polizeisimulatoren können wir NPCs befragen, ihren Ausweis kontrollieren, sie festnehmen und vieles mehr. Bei der gamescom-Demo hat es sich richtig belohnend angefühlt, einfach durch die Straßen von Lingyun City zu schlendern und jede ach-so-verdächtige Person zu kontrollieren.
Wie, du hast keine Lust mehr auf Polizeikontrollen? Dann mach doch einen auf Lieferdienst und führe Pakete oder Essen aus! Ananta ist wirklich eine GTA-Spielwiese im Animestil. Das geht sogar so weit, dass der Wechsel zwischen den verschiedenen Charakteren wie in Grand Theft Auto mit diesem Farbwechsel stattfindet.
Auch wenn man ein eigenes Polizeiauto auf Knopfdruck rufen kann, stehen einem dabei alle Fuhrwerke der Stadt zur Verfügung. Die Animation dauert im Vergleich zum Original um einiges länger, denn hier wird natürlich alles im Dienste der Polizei „ausgeliehen“. Die Fahrphysik ist dabei erstaunlich schwerfällig und jedes Fahrzeug fährt sich spürbar anders. Das Kampfsystem? Eine Mischung aus der Yakuza-Reihe mit einer Prise ZZZ aus dem Hause HoYoverse.
Und auch die Zwischensequenzen fühlen sich im Vergleich zu anderen Gacha-Spielen komplett anders an. Weniger statisch, viele Gesichtsanimationen und die Kampf- beziehungsweise Actionsequenzen sind sehr dynamisch gestaltet.
Ja, Ananta hat mir in der Demo sehr viel Spaß gemacht und könnte seinen Platz auf vielen Geräten finden. Die Welt ist stimmig und nicht leergefegt, jedes Stadtviertel hat erkennbare Highlights. Über die Monetarisierung kann ich dagegen erneut nichts sagen, der Zugriff war auch hier gesperrt.
Ananta erscheint am 15. Januar 2027 für PlayStation 5, PC, iOS und Android.


