Spiele der Gamescom 2026: OKU, Rain98 und The Defiant

Es war wieder so weit: Die gamescom 2026 öffnete ihre Pforten und lud Abertausende Spielende und Entwickelnde in das beschauliche Köln. Mit jedem Beitrag möchte ich drei Spiele vorstellen, die demnächst erscheinen.

OKU

Ohne Kunst verblasst unsere Welt. Als letzter Schüler eines verschwundenen Haiku-Meisters reist du durch japanisch inspirierte Landschaften und hältst ihre Schönheit in Gedichten fest, um vergessene Pfade wiederzubeleben. Entdecke dein Vermächtnis und die Kraft von Kunst und Natur.

OKU ist einer der vielen Titel, die eigentlich viel zu schade sind, um sie im hektischen Messealltag zu spielen. Denn OKU wirbt damit, eine meditative Spielerfahrung zu sein. Und ja, das stimmt. Als Mönch sammelt man in einer interaktiven Spielwiese verschiedene japanische Gedichte (Haikus), absolviert dabei gleitend kleinere Plattforming-Einlagen und erfüllt kleinere Sammelaufgaben. Das Spiel selbst wirkt dabei entschleunigend und verzeiht quasi alle Fehler.

Hervorzuheben ist dabei die generelle Ästhetik, auch wenn man in der spielbaren Demo noch nicht komplett all-in gegangen ist. So könnte man das Buch, das als Questlog, Karte und Gedichtesammlung fungiert, weitaus „japanischer“ gestalten, etwa in Form eines Goshuin. Etwas Ähnliches ist zwar in Form von Stempeljagden vorhanden, aber der letzte Schritt fehlt noch.

Und auch über die Story stehen noch viele Fragezeichen. Man darf außerdem gespannt sein, ob noch eine Synchronisation hinzugefügt wird. Ansonsten erwartet einen eine Art Cozy-Game im japanischen Stil. Perfekt für einen stressigen Feierabend. Und zum Üben von Haiku-Schreiben.

OKU erscheint ???? für PC (Steam).

Rain98

Tokio, 1998. Ein unaufhörlicher Regen und ein Mädchen, das nichts lieber will, als dass alles endlich endet. Zwei einsame Jugendliche werden mit ihren Entscheidungen die Welt verändern.

Rain98 war für mich einer der Titel, bei denen man zunächst denkt, dass es sich um einen „Style over Substance“-Titel handelt. Denn ja, das Spiel sieht mit seinen verschiedenen Blautönen und dem leichten Retro-Look absolut fantastisch aus.

Als Junge wachen wir in einem Apartment auf und haben keinerlei Erinnerungen. Lediglich ein mysteriöses Mädchen ist im Raum und antwortet argwöhnisch auf meine Fragen. Und so beginnt eine erzählerische Reise durch die Psyche zweier Jugendlicher.

Der größte Unterschied zu anderen Visual Novels ist die Interaktivität: In Form von mehreren Minispielen muss man etwa Gachapons befüllen, die Wohnung aufräumen oder Kniestrümpfe anziehen. All das ist verpackt in eine melancholische Zeitreise zurück in die 90er. Und auch die Story scheint mehr zu sein, als man zunächst denkt.

Solche Titel leben außerdem von der Dynamik zwischen den beiden Charakteren sowie den Dialogen an sich. Auch wenn eine Demo hier natürlich nicht viel Aussagekraft hat, wirken diese aber nicht steif oder überladen. Gerade Letzteres lieben viele Visual Novels zu sehr. Zusammen mit den Minispielen als interaktiven Sequenzen entsteht dadurch ein angenehmer Wechsel zwischen klassischen Dialogpassagen und spielerischen Elementen.

Rain98 erscheint 2026 für PC (Steam).

The Defiant

Heroische Geschichten von den chinesischen Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs werden in Form eines Ego-Shooters zum Leben erweckt.

Mit The Defiant haben wir eine der vielzähligen Ankündigungen der gamescom 2026. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Call of Duty der alten Schule, sprich das, was die Reihe zwischen 2002 und 2009 groß gemacht hat. Das bedeutet: lineare Nonstop-Action, unzählige Waffen und riesige Gegnerwellen. Und das alles in einem Setting, das bislang kaum in Videospielform adaptiert wurde: der japanische Angriff im Zweiten Weltkrieg auf China. Und so kämpfen wir in der gamescom-Demo auf chinesischer Seite in einer Winterregion, halten Stellungen und werfen Granaten zurück.

Die Demo machte dabei einen durchaus soliden Eindruck: Der Sound knallt, jede Waffe klingt satt. Schlachtatmosphäre ist definitiv vorhanden. Und auch optisch wirkt es, als müsste sich das Spiel 2026 nicht hinter Call of Duty verstecken.

Das größte Sorgenkind wird aber die Story sein. Auch wenn es sich um ein unverbrauchtes Szenario handelt, stammt das Spiel von einem chinesischen Entwickler. Wie weit dabei staatlicher Einfluss eine Rolle spielen wird und wie stark der Patriotismus ausgeprägt sein wird, muss man wohl oder übel abwarten. Allerdings hat es bei Call of Duty, Medal of Honor und Konsorten ebenfalls die wenigsten gestört, wenn historische Konflikte entsprechend für die eigene Inszenierung genutzt wurden.

Shooterfans und jene, die sich die „alten Zeiten“ von Call of Duty zurückwünschen, werden mit The Defiant aber definitiv auf ihre Kosten kommen.

The Defiant erscheint ???? für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S.

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