Spiele der Gamescom 2026: Name of the Will, Petal Runner und WTF: Waifu Tactical Force

Es war wieder so weit: Die gamescom 2026 öffnete ihre Pforten und lud Abertausende Spielende und Entwickelnde in das beschauliche Köln. Mit jedem Beitrag möchte ich drei Spiele vorstellen, die demnächst erscheinen.

Name of the Will

Du bist in HOPE gefangen, einem Sektenkult, in dem Schmerz Erlösung bedeutet. Jeder Gedanke wird gezählt. Jedes Lächeln ist eine Lüge. Passe dich an, um glücklich zu sein, oder stelle dich deiner Schuld, um zu entkommen.

Wir lösen ein Rätsel, müssen einem Strichmännchen den Ausweg zur Tür zeigen und es von der Gruppe trennen. So einfach, so gelöst. Plötzlich der Schwenk auf ein Klassenzimmer: Wir sehen, wie im Hintergrund ein Mensch mehrere Stockwerke in den Tod stürzt. Ja, Name of the Will hat einen durchaus prägenden Eindruck hinterlassen.

Was ist Erlösung? Wie empfindet man Schmerz? Wie entkommt man dieser Sekte? Und was hat es mit der jungen Frau auf sich? Das Spiel ist ein interaktives Adventure, das den menschlichen Abgrund erkunden möchte. Die Luft ist stickig, man kommt kaum zum Atmen. Die Szenen? Verstörend, aber faszinierend zugleich.

Name of the Will aus dem Hause Zeitgeist Studio ist ein kleines, aus Hongkong stammendes Indie-Team, das mittlerweile in den USA lebt. Hongkong? Da kam doch auch das Entwicklerstudio von 1000xRESIST her. Auch das Spiel hat schon interessante philosophische Fragen gestellt, Name of the Will geht dabei einen ähnlichen Weg. Im Gespräch mit einem der beiden Entwickler haben wir nach einer kurzen Vorstellung auch über die Themen gesprochen, die das Spiel ansprechen will. Ob es die vierte Wand durchbrechen will. Sozialkritik. Faszinierendes Gespräch im Messealltag, wirklich.

Die Rätsel waren dabei vom Schwierigkeitsgrad eher seicht, allerdings ohne, dass einem die Lösung direkt ins Gesicht springt. Was mich aber vor allem angesprochen hat, ist der ungewöhnliche Stil: Nicht nur sind die Masken verdammt creepy, auch die vielen Gesichtsausdrücke zeigen allerlei Abgründe des Menschen. Es ist ein Horror, ohne gruselig zu sein.

Für Freunde des Psychological Horrors ist Name of the Will definitiv ein Titel, den man im Auge behalten sollte. Die gamescom-Demo hat definitiv einen Eindruck hinterlassen.

Name of the Will erscheint ???? für den PC (Steam).

Petal Runner

Steige auf dein Bike, fahre mit Cali und Kira durch die sonnige Stadt Sapphire Valley und werde Petal Runner! Führe Lieferungen aus, triff neue Freunde, spiele Minispiele und entdecke ein Solarpunk-Open-World-RPG mit Pixel-Art, das vom Leben, Verlusten und dem, was wir mit uns herumtragen, erzählt.

Petal Runner ist auf der gamescom eingeschlagen wie eine Bombe. Allerdings im negativen Sinne, denn von Donnerstag auf Freitag wurde beim Publisher iam8bit im Business-Bereich eingebrochen und mehrere Laptops gestohlen. Das Video des Entwicklers Brandon James Greer machte seine Runden und die Frage nach der Sicherheit auf der gamescom war größer denn je, wenn man von Influencer-Debatten einmal absieht.

Ich staunte also nicht schlecht, als ich bei einem meiner ersten Termine am Freitag von enttäuschten Gesichtern begrüßt wurde, denn der Einbruch betraf ja auch mehrere Entwickler beziehungsweise Spiele.

Petal Runner besitzt wirklich viel Charme und ich bin froh, dass Brandon sehr viel Unterstützung bekommen hat. So ist der namensgebende Cali sehr flott in einer 8-Bit-Welt unterwegs. Wir spielen dabei viele Minispiele und folgen der Story. Charmant erzählt, wie in den alten Game-Boy-Spielen, mit Textfeldern und dem klassischen Sound. All das in einer Open World.

Ich war zunächst skeptisch, denn bis auf die Tatsache, dass ich den Retro-Hype um diese Art von Spielen kenne, aber selbst noch nie eines gespielt habe, wusste ich nicht wirklich, was mich erwartet. Am Ende der Demo in der Indie Area war ich allerdings durchaus angetan. Auch wenn ich am Ende den Sound ein bisschen leiser stellen würde.

Petal Runner erscheint ???? für PC (Steam).

WTF – Waifu Tactical Force

Ein Multiplayer-Movement-FPS mit einzigartiger Anime-Ästhetik. Erlebe schnelle, vertikale Matches mit vielseitiger Mobilität. Tiefgehende Progression: Sammle im Kampf Charaktere und Loot, um die ultimative Mother Base zu bauen. Verbünde dich mit deinem Team und dominiere im PvP oder PvE.

Schon letztes Jahr auf der gamescom konnte mich die Demo durchaus davon überzeugen, dass WTF – Waifu Tactical Force etwas für all jene werden könnte, die das schnelle Gunplay von Quake, Unreal Tournament oder Titanfall vermissen. Dieses Jahr und auch mehrere Playtests später bestätigt sich weiterhin das Potenzial, das in WTF steckt.

Die 2026er-Demo hatte diesmal 2v2-PvP-Kämpfe zu bieten, bei denen man aus diversen Loadouts wählen konnte. Maptechnisch war es die gleiche wie letztes Jahr, allerdings gut überarbeitet: mehr Details und angepasste Wände für Bunnyhopping und Wallrunning. Der größte Unterschied für mich war allerdings das Fehlen der Perks. In einem der Playtests hatte man mit Perks gespielt, bei denen die verschiedenen Charaktere passive Boni wie beispielsweise mehr Leben auswählen konnten. Das wurde im Gespräch auf unbestimmte Zeit verworfen und es ist fraglich, ob es wiederkommen wird.

So oder so: Das Gunplay hat sich auch dieses Jahr sehr befriedigend angefühlt. Lediglich das Sliden auf dem Boden fühlte sich im Vergleich viel zu umständlich an. Hier ist also noch Feintuning nötig.

Es ist außerdem erfreulich zu sehen, wie nicht nur das Spiel wächst, sondern auch das Entwicklerteam: Mittlerweile sind Personen aus über zwölf Ländern an WTF beteiligt und man merkte den Anwesenden an, dass das Spiel Spaß macht. Es wirkt auch so, als wolle man erst einmal gameplaytechnisch überzeugen, denn von den angekündigten Einzelspieler-Inhalten hat man bislang noch gar nichts gesehen. Ich hoffe, dass man auch da demnächst mal etwas zeigt.

WTF – Waifu Tactical Force erscheint 2027 für PC (Steam).

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