Start Anime Analysen Wie die Szenerie subtil die Atmosphäre verändert

Wie die Szenerie subtil die Atmosphäre verändert

44
3

Puelle Magi Madoka Magica (fortan nur noch als Madoka Magica abgekürzt…oder so) ist eine TV-Serie, welche 2011 unter der Produktion von SHAFT ausgestrahlt wurde. Die Idee entstammt einem Sammelpseudonym namens Magica Quartet vom SHAFT-Regisserur Akiyuki Shimbō, dem Drehbuchautor Gen Urobuchi, der Charakterdesignerin Ume Aoki. Die Serie lässt sich dem Genre Magical Girl, Drama einordnen. Hiermit möchte ich einen Eindruck gewinnen, was die Faszination an einem der beliebtesten Magical Girl-Anime überhaupt ist (mit über 70.000 verkauften Einheiten eine der bestverkauftesten Serien in Japan).

Es gibt übrigens eine kleine Spoilerwarnung. Wer also Madoka Magica noch nicht geschaut hat, und sich dennoch beschwert..naja. 😉

Das besondere an Madoka Magica ist, die subtile Aspekte der Architektur sowie Inneneinrichtung der Atmosphäre gleich zu stellen sowie die generelle Stimmung der Serie zu verändern.

Shimbō verstand es, das Drehbuch von Urobochi mit dem Stil von SHAFT so zu vernetzen, das es Madoka Magica schafft den Zuschauer zu täuschen, die Charaktere den Schauplätzen zu „entfremden“. Auch will man hier das Gefühl vermitteln, das sich innerhalb der Serie die Magical Girl der Realität entfremden.

Beginnend mit den warmen Farben des Serienanfangs sowie den hellen essenziellen Treffpunkten der Mädchen bis über spätere mechanisch-sterile Konstruktionen in Industriegebieten wird hier eine deutliche Gegendarstellung gezeigt, welche in einem gewissen Kontrast zur Charakterhandlung steht.

vlcsnap-00582
Dieser Gegensatz lässt sich am besten am Treffpunkt der Mädchen in der Mitakihara-Schule zeigen – dem Schuldach. Diese Mischung aus freundschaftlichen Verhalten unter Freunden mit der distanzierten, grauen Architektur zeigt sehr gut, wieso man Madoka Magica schaut: es strahlt Mystery und Zweifel an – ist das was ich sehe Wirklichkeit, oder passiert da noch was?

Auf das obige Bild bezogen sieht man die Stadt, in der Madoka Magica spielt – selbst ist die Stadt sehr modern, mit ihren Hochhäusern und Designs. Dieses moderne Design einer (Groß)Stadt spielt den Machern von SHAFT sehr zugute, da man, wie schon erwähnt damit die aktuelle Stimmung sehr gut übertragen kann ohne zu sagen: „schaut her, das ist so und so!“.

vlcsnap-00584
Hier am Serienanfang zeigt sich nochmal ein Bild der Stadt – modern, fröhlich – eine Stadt in der man gerne einfach nur selbst leben möchte. Stattdessen ist das Leben der Charaktere selbst auch relativ normal – Madoka und Sayaka sind einfache Mittelschüler.

vlcsnap-00598Das neoklassizistische Design des Schuldaches vermittelt die Szenerie einer Art unendlich großer Welt, wodurch alles aus der Sicht der Charaktere erreichbar ist – man muss es nur wollen (sei es per Vertrag oder Willen).

vlcsnap-00595Generell zeigt Madoka Magica eine Art Bewunderung für den Neoklassizismus aus. Bei obigem Bild erzeugt diese gewisse zur Nähe eine Art Wunsch aus, welche durch eine verschlossene Tür erst entfalten kann – der Türöffner/ Schlüssel steht hier sinnbildlich für den Vertrag, welchen sie mit Kyubey machen müssen. Durch die Farbdeutung der Wand (rechts und links) ist jedoch das Ungewisse abgebildet – immerhin hatten sie bisher ein unbeschwertes Leben.

vlcsnap-00596
Das bewusste Anbringen der hohen Zäune auf einem Schuldach hat nicht nur einen praktischen Nutzen – immerhin will ja auch niemand, das die Schüler in den Tod stürtzen. Die generelle Architektur der Schule ist jedoch an eine Kathedrale aus der Renaissance angelehnt – seit der Renaissance werden Kathedralen und Kirchen mit Kultisms sowie das Anbeten von höheren Mächten (hier: der Wunsch alles zu erfüllen, ein Magical Girl zu werden usw.)

vlcsnap-00600Schuldächer sind ja sehr oft in Anime vertreten (was mich nicht wundert, schließlich spielen gefühlt 90% in Schulen). Schuldächer werden unter anderem deshalb so gewählt, da diese dem Schreiber Dinge erlauben, die im normalen Schulalltag nicht möglich sind – sei es dazu da, Einsamkeit zu zeigen, Treffpunkte für Clubaktivitäten, etc. Die Dächer sind so gewählt das man dann immer Szenen verwenden kann um die Gegend zu zeigen – Ländliche Striche, Stadtgebiete, Flüsse…aber auch die typisch-japanische Skyline ist oft sichtbar.vlcsnap-00602
Nachdem Sayaka sich einen Tag Auszeit nimmt (Krankenhausbesuch) konfrontiert Homura Madoka. Hier zeigt sich ebenfalls eine Eigenheit: Während Gespräche mit Sayaka durchgehend Lichtdurchfluchtet ist (ein Zeichen dafür, das auch bei schwierigeren Themen Madoka Sayaka vertraut), sind diese mit Homura meist eine Mischung aus Licht und Schatten – der Schatten steht hier für das mysteriöse, welches Homura ausstrahlt – während Madoka selbst immernoch die unschuldige Mittelschülerin ist.
vlcsnap-00594
Durch solche kleinen Momente zeichnet sich das Detailreichtung von Madoka Magica aus – man könnte z.B. darüber sprechen, wie die Serie anfangs (Episode 1) mit dem Frühstück beginnt) und gegen Ende der Serie (Episode 13) in die Nacht überleitet. Dies sind alles subtile Momente, um eine Atmosphäre zu schaffen, welche Madoka Magica auszeichnet – ein düsterer, von Gegensätzen geprägter Magical Girl-Anime zu sein.

 

3 KOMMENTARE

  1. Zuerst kurz ein bisschen Kritik. Ich finde, dass ganze hier hat sich ein wenig unstrukturiert gelesen, so als ob der rote Faden fehlen würde, wodurch ich etwas aus dem Lesefluss gekommen bin.

    Was du hier beschreibst, ist was mich so an Studio Shaft fasziniert und warum Shinbõ nach Naoko Yamada mein Lieblingsanime Regisseur ist. Die Symbolik und geniale Darstellung von Orten verleiht allen Shaft Anime ein einzigartiges Gefühl und macht erst den grossen Spass am gucken von diesen aus.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.