Anime-Ersteindrücke Winterseason 2026

Neues Jahr, neue Anime-Season: Auch im Winter 2026 erwartet Anime-Fans wieder eine Vielzahl hochkarätiger Titel, darunter zahlreiche Fortsetzungen beliebter Serien. Drei Anime möchte ich dabei besonders vorstellen.

Die Vorab-Screener wurden freundlicherweise von Crunchyroll zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

You and I Are Polar Opposites

You and I Are Polar Opposites ist einer dieser Titel, die man allein aufgrund der Prämisse schnell überspringen könnte. Ich meine: Das zentrale Thema steckt quasi schon im Titel. In Kombination mit der Tatsache, dass viele romantische Komödien beim eigentlichen Ziel – dem Zusammenkommen – nur sehr, sehr langsam vorankommen, kann ich durchaus verstehen, wenn man der Serie erst einmal einen „Skip“ verpasst.

Ich selbst hatte jedoch großes Interesse und ebenso große Hoffnung in diesen Titel. Interesse deshalb, weil mir die bisherigen Teaser und Trailer eine solide Produktion versprachen, was leider längst nicht mehr selbstverständlich ist. Hoffnung wiederum, weil mir der Manga von einer Person sehr ans Herz gelegt wurde, deren Meinung ich schätze und die erstaunlich oft einen Volltreffer landet.

Und was kann ich nach der ersten Episode sagen? Genau das: ein Volltreffer.

Auch wenn die recht generische Ausgangslage „stoischer Junge trifft auf Gyaru“ für manche weiterhin ein Knackpunkt sein dürfte, entfaltet der Anime sein Potenzial vor allem durch seine treibende Kraft: die energiegeladene Suzuki. Es gibt zahlreiche Kopfkino-Momente, überraschend wiedererkennbare Alltagssituationen, sarkastische Gespräche mit (Schul-)Freunden und vieles mehr. All das dient letztlich einer klaren Botschaft: Anders zu sein ist normal. Sei du selbst. Egal, was andere sagen.

Der größte Pluspunkt des Anime liegt jedoch darin, dass bereits in der ersten Episode ein spürbarer Fortschritt zu erkennen ist. Ohne spoilern zu wollen: Andere RomCom-Serien hätten für den Status quo von You and I Are Polar Opposites nach Folge eins mehrere Staffeln benötigt. Umso spannender wird es sein zu beobachten, wie sich die Geschichte weiterentwickelt, wie Suzuki und der restliche Cast wachsen. Und ob es der Serie gelingt, die Comedy frisch zu halten. Gelingt das, haben wir es hier mit einem echten Geheimtipp für RomCom-Fans zu tun.

Romantische Komödie, basierend auf dem abgeschlossenen Manga von Kocha Agasawa
Ab dem 11. Januar, jeden Sonntag eine neue Folge

Die Oberschülerin Suzuki ist Hals über Kopf verliebt, doch der Typ, dem sie ihr Herz schenken möchte, ist das absolute Gegenteil von ihr. Während sie fröhlich, kontaktfreudig und stets bemüht ist, sich anzupassen, ist ihr Klassenkamerad Yusuke Tani stoisch und ruhig – er scheint sich nicht darum zu kümmern, was andere über ihn denken. Wird es Suzuki gelingen, ihre Ängste zu überwinden und ihn um ein Date zu bitten, oder muss sie feststellen, dass sich Gegensätze doch nicht anziehen? (Synopsis via Crunchyroll)

Sentenced to Be a Hero: The Prison Records of Penal Hero Unit 9004

Es gibt derzeit kaum ein Genre, das das Medium Anime so sehr dominiert wie Fantasy. Gerade in Verbindung mit dem Isekai- bzw. Reincarnation-Thema; also der Wiedergeburt in einer anderen oder derselben Welt, findet sich in nahezu jeder Season mindestens ein Vertreter dieser Kategorie. Und auch wenn viele Animefans lautstark Übersättigung beklagen, zeigt ein Blick in die „Beliebt“-Kategorie von Crunchyroll regelmäßig ein anderes Bild: Diese Titel sind gefragter denn je.

Qualitativ herausragende Fantasy-Isekai-Reincarnation-Anime zu finden, ist angesichts der Menge allerdings schwierig. Viele Produktionen bieten nämlich abgesehen von einzelnen Gimmicks oft nur klassische Fantasy-Kost. Das ist per se nichts Schlechtes, wirkt aber häufig wie verschenktes Potenzial.

Und ja, auch Sentenced to Be a Hero muss sich diesem Vorwurf stellen. Die knapp einstündige Premiere liefert abseits einer groben Einführung in die Prämisse vor allem eines: (gut aussehende) Action.

Auch wenn man es hier mit einem Fantasy-Anime samt Reincarnation-Thematik zu tun hat, müssen die kommenden Episoden zeigen, dass das Pulver nicht bereits verschossen wurde. Gerade angesichts der hohen Produktionsqualität wäre eine schwache oder wenig ambitionierte Geschichte besonders schade. Und dennoch muss ich es erneut betonen: Die erste Episode überzeugt audiovisuell: sei es Animation, Regie oder Sounddesign. Kein Wunder also, dass man auf ein Team zurückgegriffen hat, das zu großen Teilen an Mushoku Tensei beteiligt war. Allein das weckte bei mir zusätzliches Interesse.

Die Grundlage ist gelegt, nun bleibt abzuwarten, wohin die Reise führt. Neben den inhaltlichen Fragen wird entscheidend sein, ob die Produktion dieses hohe Niveau auch langfristig halten kann.

Fantasy, basierend auf der laufenden Light-Novel-Reihe von Rocket Shokai (Autor) und Mephisto (Illustrationen). Ab dem 3. Januar, jeden Donnerstag eine neue Folge

Heldentum – eine Strafe für die schlimmsten Verbrecher. Diejenigen, die zum Heldenschicksal verurteilt wurden, sind gezwungen, an vorderster Front gegen die Armee des Dämonenkönigs zu kämpfen. Selbst im Tode sind sie nicht frei, denn sie werden kurzerhand wiederbelebt, um den Kampf fortzusetzen. Doch als ihr Anführer, der wegen des Mordes an einer Göttin verurteilt wurde, selbst eine andere Göttin trifft, könnte der neu geschlossene Vertrag die Welt verändern …

(Synopsis via Crunchyroll)

Trigun Stargaze

Nach einer längeren Anime-Abstinenz kehrt Vash the Stampede zurück: Trigun Stargaze macht im Grunde genau dort weiter, wo die Vorgängerstaffel Trigun Stampede aufgehört hat. Mit einem Timeskip von zweieinhalb Jahren ist in der ersten Episode allerdings nicht Vash die Hauptfigur, sondern Meryl, die sich auf Reisen befindet.

Trigun Stampede ist bei vielen Trigun-Fans durchaus umstritten. Allerdings nicht (nur) wegen der 3D-CGI-Optik, sondern vor allem aufgrund der neu interpretierten Geschichte. Im Vergleich zum 1998 erschienenen Trigun-Anime sind sowohl Trigun Stampede als auch Stargaze als neue Interpretation des Mangaoriginals zu verstehen. Zwar folgt man dem groben Handlungsstrang, doch viele Charaktere werden anders eingesetzt als noch in der Vorlage oder im alten Anime. Stargaze führt diese Idee konsequent fort, ist dabei jedoch, zumindest in der ersten Episode, deutlich melancholischer und düsterer gehalten. Fairerweise muss man sagen, dass bereits Stampede atmosphärisch wesentlich nihilistischer war als der Manga oder der ursprüngliche Anime, abgesehen von einigen vereinzelten Sidekicks.

Alles in allem darf man gespannt sein, welchen Weg Stargaze noch einschlagen wird und wie weit man sich dem Originalwerk weiter entfremdet oder ihm wieder annähert. Worüber man hingegen nicht gespannt sein muss, ist die erneut erstklassige 3D-CGI-Umsetzung von Studio Orange.

Abenteuer, basierend auf den abgeschlossenen Manga von Yasuhiro Nightow. Ab dem 10. Januar, jeden Samstag eine neue Folge.

Zweieinhalb Jahre sind vergangen, seit die Lost-July-Tragödie eine ganze Stadt vernichtete und den gesamten Planeten ins Chaos stürzte. Meryl setzt ihre Suche nach Vash fort, diesmal mit ihrer neuen jungen Partnerin Milly an ihrer Seite, und trifft dabei auch auf Wolfwood. Vash selbst lebt inzwischen unter dem Namen Eriks verborgen in einer abgelegenen Kleinstadt. Als ihn ein plötzlicher Besuch und ein Notruf vom dritten Schiff, das sie Heimat nennen, erreichen, handelt er sofort, um die Menschen zu schützen, die ihm wichtig sind. Doch kaum erreicht den Planeten eine hoffnungsvolle Nachricht aus den Tiefen des Alls, kehrt der einflügelige Engel zurück und bringt erneut Zerstörung und Verzweiflung. Die Schicksale kreuzen sich und führen zu einem letzten Wendepunkt für den verängstigten Planeten.

(Synopsis via Crunchyroll)

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