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Mein Problem mit Animeyoutubern

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YouTube.
Das Unternehmen aus Kalifornien,

Unbenannt
© ZEIT ONLINE

USA, hat sich in den letzten Jahren zu den einflussreichsten Internetseiten überhaupt entwickelt. Was 2005 mit einem Zoobesuch als Video begann, generierte innerhalb weniger Jahre einen Jahresumsatz von über 3,5 Milliarden Euro (2015).

Von den Upload-Raten möchte ich ehrlich gesagt gar nicht anfangen.

Für uns Animefans ist YouTube ebenfalls unersetzlich – woher sonst bekommt man die besten Anime-Soundtracks, Anime-Openings in HD-Qualität – wenn nicht von YouTube?

Die Tatsache, das man mit YouTube und dessen Werbeeinnahmen Geld verdienen kann klingt ausserdem ebenfalls sehr verlockend – wieso dies aber ein Segen, aber auch Fluch sein kann merkt man, wenn man YouTube Deutschland genau anschaut – speziell „sogenannte“ Animeyoutuber, also YouTuber welche Content über Anime erstellen.

Gut, man muss vorneweg sagen das es durch den YouTube-Algorythmus sehr schwer geworden ist, seinen Kanal groß zu bekommen und Aufmerksamkreit zu erhaschen. Denn wie wir wissen: Viele Abonennten, Klicks = €€€€. Und wer erhofft sich das nicht?

Das Problem ist jedoch etwas, was ich mit „bewusste Fehlinformationen verteilen“ am besten beschreiben könnte. Doch um dies genauer zu erläutern, hier Playlisten mehrerer deutschen Animeyoutuber:1.png

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Jetzt ratet mal, wieviel Abonnenten diese YouTuber haben. Insgesamt knapp über 1.000.000. Abonnenten aus Deutschland, der Schweiz sowie Österreich schauen sich solche Animevideos an. Prinzipiell habe ich damit kein Problem, jedoch erkennt man ein Muster (welches sich auch auf andere „normale“ YouTuber übertragen –

– man will unterhalten, jedoch auf Kosten des Informationsgehaltes
– (meist weibliche) Animefiguren in pikanten Posen oder Outfits werden gezeigt
– MAN MUSS ALLES IN CAPSLOCK SCHREIBEN
– Top 10-Listen
– durchgehend die gleiche Erwähnung von den selben Animetitel
– irreführende Bildüberschriften die (eventuell) gar nichts mit dem Inhalt gemeinsam haben (-> Clickbait)
– Symbole, Kreise!!!! KREISCH!!!!

Wie gesagt, ich möchte keinem der Menschen vorschreiben, wie man seinen Content macht oder sich verhält, jedoch sehe ich hier eine klare Doppelmoral. Viele Animefans klagen darüber, nicht ernstgenommen zu werden und das Vorurteil, das alles nur aus Brüste besteht „sei doch nicht ernst, schau dir xx an“. Nun frage ich mich aber, wieso haben dann solche „einflussreiche“ deutsche Animeyoutuber SOLCH ein Erscheinungsbild? Dann ist doch natürlich klar, das dass Vorurteil nie aus der Welt geschaffen wird.

Die Animeyoutuber, welche sich auf einen Anime versteifen und Theorien veröffentlichen lasse ich ebenfalls zunächst aussen vor.

Jetzt schauen wir uns doch mal meiner Meinung nach Animeyoutuber an, welche „etwas“ seriöser an das Thema herangehen und ein Gleichgewicht setzen zwischen Entertaiment sowie Informationsgehalt:

Was ist das erste was uns auffällt?
– normal geschriebene Titel
– keinerlei rote Kreise, Pfeile oder sonstige Überarbeitungen
– KEIN CAPSLOCK

Und wollt ihr wissen was hier die Abonnentenanzahl ist? Knapp 10.000 – bei drei YouTubern, welche ihre Zeit weniger in das editieren von Videos investieren, sondern in die trockene, dennoch faszinierende Welt der Recherche.

Die Inhalte der o.g. YouTuber möchte ich übrigens lieber für mich behalten – wer Kopfhörer aufhat sollte UNBEDINGT seine Lautstärke leiser regulieren.

Anime in Deutschland haben generell einen schweren Stand. Jedoch die Perlen unter den Animeyoutubern zu finden ist noch schwieriger. Zusammenfassend sollte man sagen, dass es generell schwierig ist eine perfekte Symbiose zwischen Entertaiment und Informationsgehalt zu erschaffen. Auch der YouTube-Algorythmus kann hier einen Strich durch die Rechnung machen. Wollen jedoch die Animefans ernst genommen werden, sollte man jedoch dieses Problem angehen – wenn sie es denn wollen!

Desweiteren möchte ich einen YouTuber aus München, der Mittwochs immer News bringt außen vor lassen – durch seine extreme Nähe zu den Publishern ist er durch diesen Vorteil  in einer anderen Liga – was man nicht nur an seinen Abonnenten sieht, sondern auch welchen Content er macht. Solche Menschen haben das Potenzial, die Probleme des ersten und zweiten Falles anzugehen und eine Mischung heraus zu machen, die gleichzeitig perfektes Entertainment ist und auch noch Wissen überbringt. Man muss es aber auch wollen und die Zeit investieren. So kratzt besagte Person in seinen letzten Videos nur sehr schwach an der Oberfläche – was sehr schade ist.

 

14 KOMMENTARE

  1. Du hast hier gerade das generelle Problem mit YouTube beschrieben. Clickbait ist wichtiger für Erfolg als guter Content.

    Ich persönliche schaue keinen einzigen deutschen Anime YouTuber weil keiner dieser mir irgendetwas bietet das ich suche oder nicht schon auf englischen Kanälen gesehen habe.

    • Das Problem ist nunmal das durch die großen YouTuber suggeriert wird, man kann ganz einfach ohne Probleme großes Geld machen – ich will nicht wissen wieviel schlechte Anime-AMVs schon angeschaut habe. xD

      Bis auf wenige Ausnahmen schaue ich ebenfalls so gut es geht keine YouTuber aus Deutschland. Klar, es gibt auch viele englischsprachige YouTuber (ForNeverWorld…) die ebenfalls unglaublich mies sind, aber deutsche schießen doch den Vogel ab.

  2. Zwar finde ich grundsätzlich alle „Youtuber“ unsäglich und frage mich immer wieder, warum man jemandem zugucken soll, wie er beim Gucken einer Anime-Folge reagiert oder was er danach zu sagen hat – dazu gibt es Diskussionsforen, in denen man sich austauschen kann.

    Du hast aber definitiv recht, dass diese übertriebenen, lauten, schrillen Youtube-Kanäle nochmal eine Nummer ärger sind. Gerade das Thema Clickbait merke ich jedesmal wieder, wenn ich einen Song oder einen Clip zu einem Anime suchen … hunderte von „reaction Videos“, in denen sich Leute offenbar für so wichtig halten, dass sie sich beim Gucken filmen müssen. Seufz.

    • Die Diskussionsforen abseits von Facebook sind so gut wie alle tot. :/ Könnte man auch glatt darüber schreiben – durch die Digitalisierung ist der normale Forenalltag ausgestorben.

      • Schade deshalb, dass hier auf den WordPress-Seiten auch so wenig los ist. Bei dir noch etwas mehr als bei meiner neu gestarteten Anime-Seite, aber generell viel Diskussion kommt nicht aus. Dabei macht es so imo viel mehr Spaß als einem aufmerksamkeitssüchtigen Typ Klicks in den Rachen zu schieben ;D

        Nunja, vielleicht gibt sich das irgendwann wieder. So bleiben derzeit nur Nischenforen, in denen man in kleiner, eingeschworener Gruppe diskutiert. *seufz*

        • Ich glaube das Problem ist auch, das sowas eher gelesen wird als das es als Diskussionsplattform genutzt wird. Und ich glaube kaum das wir nicht die einzigen mit dem Problem sind.^^

          Ohne Facebook kommt man alt schnell nicht auf Klicks oder Werbung.

  3. Bin jetzt mittlerweile auch auf deinen Blog gestolpert und finde deine bisherigen Beiträge richtig gut. Immer weiter so. Im übrigen finde ich es richtig schade, dass die Foren- und Blogkultur im Animebereich seit Twitter und Facebook so langsam ausstirbt. Letztens mit Digital Nippon ein weiteres Forum bei dem ich gerne dabei war. Deshalb freut es mich um so mehr, dass es in diesen harten Zeiten noch welche gibt, die den Mut und Fleiß haben einen Blog anzufangen und auch dabei zu bleiben.

    Nun zum Thema: Die Clickbaitsache gibt es auch bei Youtubern anderer Themenbereiche, ist also daher kein rein Animespezifisches Problem sondern auch ein generelles Problem auf Youtube, dass von denen sogar scheinbar toleriert oder gar gefördert wird.
    Solche Youtuber sind die personifizierte Bildzeitung. Viele lehnen solche Youtuber ab und trotzdem sind sie so erfolgreich. Mich widern Videos solcher Youtuber an. Allein die Clickbaitaufmachung ist schon abschreckend genug.

    Mit Ninotaku, den du im letzten Absatz meintest hatte ich mal eine kleine Disskussion auf Youtube gehabt. Er versucht im Grunde genommen so ein bisschen in der Mitte zu wandeln. Mittlerweile hat er schon sehr gut recherchierte Videos auf dem Kanal, die gucke ich mir sogar gerne an, aber oftmals geht er in der Aufmachung und Präsentation seiner Videos zu viele Kompromisse ein, um massenkomkatibel zu bleiben. Dadurch hebt er sich meiner Meinung nach zu wenig von den Clickbaityoutubern ab, wobei seine Thumbnails verglichen zu denen noch recht sachlich daherkommen.

    Letztendlich würde ich mich freuen wenn er dieses Clickbaitproblem offen ansprechen würde und auch thematisiert und auch andere gute Animeyoutuber empfiehlt. Die nötige Fanbase hat er ja, um einen entsprechenden Einfluss auszuüben.
    Gronkh hatte immerhin dies immerhin öfters kritisiert und parodiert dies regelmäßig bei seinen Thumbnails, was ich allerdings Grenzwertig finde. Denn dadurch, dass die Realität mittlerweile die Parodie übertroffen hat wirken Gronkhs Thumbnails so als wäre er auch ein Clickbaityoutuber, vor allem bei denen, die ihn nicht so gut kennen.

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